Schaumalarm nahe Bad Ditzenbach: Ermittlungen nach Reiniger-Unfall
- Bei dem Unfall gelangten große Mengen Schaum in den Fluss.
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Bad Ditzenbach. Nach einer massiven Schaumbildung in der Fils laufen Ermittlungen gegen zwei Männer. Am Mittwoch, 1. April, sind bei Bad Ditzenbach im Kreis Göppingen rund 2000 Liter Tenside aus einem Tanklaster ausgetreten und teilweise in das Gewässersystem gelangt.
Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Gewässerverunreinigung gegen einen 32 Jahre alten Tankwagenfahrer und einen 30 Jahre alten Mann. Nach bisherigen Erkenntnissen trat der Stoff aus dem Tank aus, als ein Schlauch vom Lastwagen abgekoppelt wurde. Die Ursache ist noch unklar. Der 30-Jährige versuchte laut Polizei noch, die Schlauchverbindung wieder herzustellen. Dabei erlitt er Verletzungen im Gesicht. Wer für den Vorfall haftet, ist derzeit ebenfalls Gegenstand der Ermittlungen.
Feuerwehr überwacht Schaumbildung in der Nacht
Ein Teil der ausgelaufenen Tenside konnte von Einsatzkräften aufgefangen werden. Etwa die Hälfte gelangte jedoch über die Kanalisation zunächst in eine Sammelkläranlage und teilweise über Regenüberlaufbecken in die Fils. Der Stoff ist stark wasserlöslich. Dadurch bildeten sich große Schaummengen im Fluss. Auch aus Gullydeckeln trat Schaum aus. Die Feuerwehr verdünnte die Schaumbildung mit Frischwasser und überwachte die Lage über Nacht.
Während des Einsatzes war die Bundesstraße 466 in der Nähe mehrere Stunden voll gesperrt. Polizei, Feuerwehr, Straßenmeisterei und Umweltbehörden waren vor Ort.
Lage in der Fils inzwischen stabil
Am Donnerstag, 2. April, wurde laut Landratsamt weder in der Kanalisation noch in der Fils noch Schaum festgestellt. In der Kläranlage Deggingen kommt es jedoch weiterhin zu Schaumbildung. Betroffene Abschnitte im Gewässersystem werden deshalb durchgespült. Zum Schutz der Umwelt wurden vorsorglich mehrere Mühlkanäle geschlossen, die in die Fils einleiten. Außerdem gilt vorübergehend ein Fischereiverbot. Wasser- und Schaumproben werden derzeit untersucht. Auch der Fischbestand soll noch kontrolliert werden.
Trinkwasser laut Behörden nicht betroffen
Nach Angaben des Landratsamts besteht für die Bevölkerung keine akute Gefahr. Experten zufolge gilt der Stoff im stark verdünnten Zustand als ungefährlich für Menschen. Dennoch soll der Kontakt mit Flusswasser und Schaum vorsorglich vermieden werden. Die Trinkwasserversorgung bleibt nach Behördenangaben gesichert. Zwar wurden in Deggingen und Bad Überkingen Tenside festgestellt. Beide Orte werden derzeit über andere Leitungen mit frischem Wasser versorgt. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Kaiserslautern |