Razzia im Karlsruhe-Fall: 15 Wohnungen nach Hetzjagd durchsucht
- Im Visier von Hater-Community - Razzia nach Hetze gegen 44-Jährigen. (Archivbild)
- Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa
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Karlsruhe. Für Betroffene von digitaler Hetze zeigt der Fall, wie schnell Angriffe aus dem Netz ins reale Leben reichen können: Ermittler sind nach einer mutmaßlich konzertierten Kampagne gegen einen 44-Jährigen aus Karlsruhe bundesweit gegen 15 Verdächtige vorgegangen.
In sieben Bundesländern wurden nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft 15 Wohnungen durchsucht. Dabei stellten die Ermittler umfangreiche Datenträger sicher. Außerdem fanden sie eine größere Cannabis-Indoor-Plantage. Durchsuchungen gab es in Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern.
Was den Verdächtigen vorgeworfen wird
Die 22 bis 49 Jahre alten Verdächtigen sollen sich über das Internet in einer losen „Hater-Community“ zusammengeschlossen haben. Dort sollen sie Aktionen gegen den Mann abgestimmt und vorbereitet haben. Teile der Gruppe nennen sich den Behörden zufolge „Freikreuzzug“ (FKZ).
Zu den Vorwürfen zählen Nötigung, Bedrohung, Diebstahl, Sachbeschädigung und üble Nachrede. Nach Angaben der Ermittler sollen das Wohnhaus des Mannes und Gräber seiner Familienangehörigen beschädigt worden sein.
Viele E-Mails im Namen des Opfers
Eine zentrale Rolle spielen laut Behörden E-Mails, die im Namen des 44-Jährigen verschickt worden sein sollen. Sie sollen beleidigende oder bedrohliche Inhalte enthalten haben und an Politiker, Gedenkstätten, Einzelhandelsunternehmen und Bildungseinrichtungen gegangen sein.
Dadurch seien Strafanzeigen und Ermittlungen gegen den Mann ausgelöst worden. Der 44-Jährige tritt nach Angaben der Behörden in sozialen Medien mit „stark polarisierenden Inhalten“ auf. Die mutmaßlichen Aktionen hätten erhebliche Auswirkungen auf ihn gehabt.
Ermittlungen laufen seit Januar vor zwei Jahren
Die mutmaßlichen Straftaten sollen sich von März vor drei Jahren bis September dieses Jahres erstreckt haben. Die Ermittlungen kamen nach Behördenangaben im Januar vor zwei Jahren in Gang. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |