Prozess um getöteten Zugbegleiter in Zweibrücken: Angeklagter bittet Familie um Vergebung

Zur Prozesseröffnung zeigten die Angehörigen ein Foto des Opfers | Foto: Uwe Anspach/dpa
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Zweibrücken. Der gewaltsame Tod eines Zugbegleiters beschäftigt weiterhin die Justiz in Rheinland-Pfalz. Im Prozess vor dem Landgericht Zweibrücken hat der Angeklagte die Familie des Opfers um Vergebung gebeten.

Über seine Verteidigerin ließ der 26 Jahre alte Grieche Ioanni V. erklären. „Aus der Tiefe meines Herzens möchte ich eine große Entschuldigung aussprechen für eine nicht zu entschuldigende Tat und einen Moment blinder Wut.“ Ihm sei bewusst, dass seine Worte das Geschehen nicht rückgängig machen könnten. In der Erklärung heißt es weiter. „Ich übernehme die volle persönliche Verantwortung.“

Fall löste bundesweite Debatte aus

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann Körperverletzung mit Todesfolge vor. Nach der Anklage soll er Anfang Februar bei einer Fahrkartenkontrolle in einem Regionalexpress nahe Landstuhl den zehn Jahre älteren Zugbegleiter Serkan Çalar mehrfach mit den Fäusten gegen den Kopf geschlagen haben. Der Bahnmitarbeiter starb zwei Tage später an einer Hirnblutung.

Der Fall hatte bundesweit eine Debatte über die Sicherheit von Bahnmitarbeitern im Zugverkehr ausgelöst.

Zweifel an der Entschuldigung

Der Vertreter der Familie des Getöteten reagierte skeptisch auf die Erklärung des Angeklagten. Für ihn sei es „überhaupt gar keine Entschuldigung“, sagte Nebenklage Anwalt Yalçın Tekinoğlu. Die Worte seien aus seiner Sicht stark auf den Angeklagten selbst bezogen.

Aus Sicht der Angehörigen wäre es wichtiger, wenn der Angeklagte Angaben zur Tat machen würde. Das habe er bislang verweigert. Dies sei zwar sein Recht. Für die Aufarbeitung des Geschehens wäre es für die Familie jedoch hilfreich.

Am ersten Prozesstag wurde im Gericht zudem ein Video aus der Überwachungskamera des Regionalexpress gezeigt. Als die Tatsequenz zu sehen war, reagierten mehrere Zuschauer im Saal emotional. Einige weinten oder verließen den Raum. Anschließend waren weitere Zeugenbefragungen geplant. dpa/red

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Cornelia Bauer aus Speyer

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