Prozess nach tödlicher Zugattacke bei Landstuhl startet
- Nach der Tat gab es vielerorts Anteilnahme.
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Zweibrücken. Nach der tödlichen Attacke auf einen Zugbegleiter in einem Regionalzug bei Landstuhl beginnt am Mittwoch, 24. Juni, um 9 Uhr der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter. Der Fall hatte bundesweit eine Debatte über mehr Sicherheit für Bahnmitarbeiter ausgelöst.
Vor dem Landgericht Zweibrücken muss sich ein 26 Jahre alter Mann verantworten. Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich wegen Mordes angeklagt. Das Gericht bewertet die Tat jedoch als Körperverletzung mit Todesfolge.
Nach Angaben der Ermittler soll der Angeklagte am 2. Februar von dem 36 Jahre alten Zugbegleiter Serkan Çalar nach seiner Fahrkarte gefragt worden sein. Der Mann erklärte demnach, kein Ticket zu besitzen. Als er sich auch nicht ausweisen wollte und den Zug verlassen sollte, soll er dem Bahnmitarbeiter mehrere kräftige Faustschläge gegen den Kopf versetzt haben. Der Zugbegleiter erlitt eine Hirnblutung und starb am 4. Februar.
Was im Prozess geplant ist
Für den ersten Verhandlungstag ist zunächst das Verlesen der Anklage vorgesehen. Anschließend kann sich der Angeklagte äußern. Laut Staatsanwaltschaft hat er das objektive Tatgeschehen eingeräumt. Einen Tötungsvorsatz bestreitet er und beruft sich teilweise auf Erinnerungslücken.
Das Gericht hat derzeit acht Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil könnte am Mittwoch, 9. Juli fallen.
Bei einer Verurteilung wegen Körperverletzung mit Todesfolge droht ein Strafrahmen von
- mindestens drei Jahren Haft
- bis zu 15 Jahren Gefängnis
Zum Auftakt wird ein großes Interesse von Medien und Zuschauern erwartet. Für den Prozess gelten Zugangsbeschränkungen.
Familie des Opfers hofft auf Gerechtigkeit
Die Familie des getöteten Zugbegleiters hatte nach seinem Tod darum gebeten, seinen vollständigen Namen zu nennen. Serkan Çalar war der älteste von fünf Brüdern und alleinerziehender Vater von zwei Kindern.
Sein Bruder Eray Çalar berichtete, der Bahnmitarbeiter habe in seinem Beruf immer wieder Beschimpfungen erlebt. Trotzdem habe er seine Arbeit geliebt. Es sei sein Traumjob gewesen.
Die Familie erwarte nun Gerechtigkeit vor Gericht. Gleichzeitig gehe es ihnen auch um ein Zeichen für alle Beschäftigten im Bahnverkehr. Kein Zugbegleiter in Deutschland solle Angst haben müssen, bei der Arbeit Opfer von Gewalt zu werden. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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