Prozess nach tödlicher Attacke in Zweibrücken: Familie fordert Gerechtigkeit

Eray Çalar erhofft sich Gerechtigkeit von dem Prozess. | Foto: Boris Roessler/dpa
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Zweibrücken. Nach der tödlichen Attacke auf einen Zugbegleiter in einem Regionalexpress beginnt am Mittwoch, 24. Juni, vor dem Landgericht Zweibrücken der Prozess gegen einen 26 Jahre alten Mann. Die Familie des Opfers hofft auf Gerechtigkeit und auf ein Signal für mehr Sicherheit im Bahnverkehr.

Der Angeklagte soll am 2. Februar ohne Fahrkarte unterwegs gewesen sein und den Zugbegleiter Serkan Çalar mit mehreren Faustschlägen attackiert haben. Der 36 Jahre alte Bahnmitarbeiter erlitt eine Hirnblutung und starb später an den Folgen der Verletzungen. Der Fall löste bundesweit eine Debatte über Gewalt gegen Bahnmitarbeiter aus.

Die Anklage lautet auf Körperverletzung mit Todesfolge. Der Beschuldigte ist griechischer Staatsbürger.

  • Prozessbeginn Mittwoch, 24. Juni, 9 Uhr
  • Landgericht Zweibrücken
  • Anklage wegen Körperverletzung mit Todesfolge

Familie fordert Signal für mehr Sicherheit

Für die Familie steht neben der juristischen Aufarbeitung auch die Sicherheit von Zugbegleitern im Mittelpunkt. „Wir wollen Gerechtigkeit nicht nur für meinen Bruder, sondern für alle“, sagte Eray Çalar der Deutschen Presse Agentur. Kein Zugbegleiter in Deutschland solle sich fragen müssen, ob er der Nächste sei.

In der öffentlichen Berichterstattung werde Serkan Çalar oft nur als „ein Zugbegleiter“ bezeichnet, sagte sein Bruder. Für die Familie sei er weit mehr gewesen. „Er war das Herz unserer Familie und hinterlässt eine sehr große Lücke.“

Zwei Kinder verlieren ihren Vater

Der 36-Jährige war alleinerziehender Vater von zwei Söhnen im Alter von zehn und zwölf Jahren. Die Kinder könnten den Verlust noch immer nicht vollständig begreifen. Sie wüssten jedoch, dass ihr Vater nicht mehr zurückkommt.

Nach Angaben der Familie war Çalar während seiner Arbeit mehrfach Angriffen ausgesetzt. Er sei beleidigt und sogar bespuckt worden. Dennoch habe er seinen Beruf geliebt. „Es war sein Traumjob“, sagte sein Bruder.

Kritik an rechtlicher Einstufung

Enttäuscht zeigt sich die Familie darüber, dass das Gericht den Fall nicht als Mord verhandelt. Die Staatsanwaltschaft hatte nach Angaben der Angehörigen eine entsprechende Bewertung vertreten.

„Mehrere kräftige Faustschläge gegen den Kopf und gegen die Schläfen“, sagte Eray Çalar. Aus Sicht der Familie gehe die Tat über Körperverletzung mit Todesfolge hinaus.

Nach der Tat hatten vielerorts Menschen des getöteten Zugbegleiters gedacht. Gleichzeitig stellte der Fall die Frage nach mehr Schutz für Beschäftigte im Bahnverkehr erneut in den Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion. dpa/red

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Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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