Prozess nach tödlichen E‑Scooter-Unfällen in Frankfurt gestartet
- Bei dem Scooter-Unfall stirbt ein 23-jähriges Zwillings-Bruderpaar. (Archivbild)
- Foto: Mike Seeboth/dpa
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Frankfurt. Nach zwei tödlichen Zusammenstößen mit E‑Scootern in der Innenstadt hat vor Gericht die juristische Aufarbeitung begonnen. Vor dem Landgericht Frankfurt steht ein 24‑Jähriger aus Bad Kreuznach wegen versuchten Mordes und fahrlässiger Tötung.
Zu Prozessbeginn bezeichnete die Verteidigung das Geschehen als „menschliche Katastrophe“. Das gelte für die Opfer und ihre Familien. Aber auch für den Angeklagten. Der Mann sei „ein ganz normaler junger Mann, der nun im Gefängnis sitzt“, sagte seine Anwältin. Zum Zeitpunkt der Tat habe er sich in einem psychischen Ausnahmezustand befunden und sei nicht Herr seiner Sinne gewesen.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem heute 24‑Jährigen vor, in der Nacht auf Sonntag, 6. Juli nach dem Konsum von Lachgas deutlich zu schnell durch die Frankfurter Innenstadt gefahren zu sein. Sein Wagen soll von der Spur abgekommen sein und einen E‑Scooter gerammt haben, auf dem zwei 23 Jahre alte Zwillingsbrüder unterwegs waren. Einer der Männer starb noch am Unfallort. Sein Bruder erlag wenig später im Krankenhaus seinen Verletzungen.
Weiterer Fahrer schwer verletzt
Nach Überzeugung der Ermittler prallte der Wagen kurz darauf gegen einen weiteren E‑Scooter-Fahrer. Der 27‑Jährige wurde gegen die Windschutzscheibe geschleudert und blieb rund 70 Meter auf der Motorhaube liegen. Er erlitt schwerste Verletzungen.
Der Fahrer soll nach dem Zusammenstoß geflüchtet sein. Die Schwurgerichtskammer hat mehrere Verhandlungstage angesetzt. Nach derzeitiger Planung könnte der Prozess bis Mitte September dauern. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |