Prozess in Trier: 19-Jähriger schweigt zu drei Todesfällen
- Der Angeklagte will sich zunächst nicht zur Sache äußern
- Foto: Harald Tittel/dpa
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Trier. Für die Aufklärung von drei gewaltsamen Todesfällen auf den Kapverden bleibt das Motiv offen: Ein 19-Jähriger aus der Eifel hat sich zum Auftakt des Prozesses vor dem Landgericht Trier zunächst nicht zu den Vorwürfen geäußert.
Sein Verteidiger Harry Völker kündigte jedoch eine spätere Erklärung zur Sache an. Zugleich sagte er, er habe „erhebliche Zweifel“ an der Darstellung des Tatablaufs in der Anklage.
Anklage wirft Mord und Totschlag vor
Die Staatsanwaltschaft Trier wirft dem deutschen Angeklagten vor, im gemeinsamen Urlaub kurz vor Weihnachten seinen Vater, dessen Freundin und deren Tochter erstochen zu haben. Die Tat soll sich in einer Ferienwohnung in Mindelo auf der Kapverden-Insel São Vicente ereignet haben. Die Anklage lautet auf Mord und Totschlag.
Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Eric Samel gibt es bislang keine Erkenntnisse zum Motiv. Der Vater hatte den Angeklagten und die späteren Opfer zu dem Urlaub eingeladen. Sie seien knapp eine Woche vor der Tat gemeinsam angereist.
Verteidiger: Familie habe sich gut verstanden
Nach Darstellung des Verteidigers hatten sich die Beteiligten gut verstanden. Auch er habe keine Erklärung für die mutmaßliche Tat seines Mandanten, sagte Völker.
Der 58 Jahre alte Vater lebte laut Staatsanwaltschaft im Raum Aachen. Die beiden Frauen im Alter von 20 und 45 Jahren wohnten in Berlin. Der Angeklagte stammt aus einer früheren Ehe seines Vaters und lebte zuletzt im Kreis Vulkaneifel.
Nach der Tat flog der 19-Jährige nach Lissabon, wo er festgenommen wurde. Mitte Januar wurde er nach Deutschland ausgeliefert. Zum Verhältnis mit seinem Vater sagte der gebürtige Aachener, es sei „in Ordnung gewesen“. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |