Politische Gewalt in Baden-Württemberg explodiert: Plus 41 Prozent in nur einem Jahr

Mehr Straftaten, deutlich mehr Gewalt: Die politische Kriminalität im Südwesten wächst. (Symbolbild) | Foto: Sven Hoppe/dpa
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Baden Württemberg. Politisch motivierte Gewalt nimmt im Südwesten deutlich zu. In Baden Württemberg registrierte die Polizei im Jahr 2025 insgesamt 298 Gewaltdelikte mit politischem Hintergrund. Das sind 41,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Auch die Gesamtzahl politisch motivierter Straftaten stieg laut Innenministerium. Die Fälle nahmen von 6526 auf 6801 zu. Das Spektrum reicht von beschädigten Wahlplakaten bis zu schweren Gewalttaten. Innenminister Thomas Strobl erklärte, das gesellschaftliche Klima werde spürbar rauer.

Gewalt aus mehreren politischen Lagern

Der Anstieg zeigt sich laut Innenministerium in nahezu allen Bereichen der politisch motivierten Kriminalität. Dazu zählen Straftaten mit rechter Ideologie, linke Taten sowie Delikte mit religiösem oder ausländischem ideologischen Hintergrund.

Besonders stark wuchs die Zahl rechter Gewaltdelikte. Die Polizei registrierte 104 Fälle. Das entspricht einem Anstieg um 85,7 Prozent. Häufig ging es um Körperverletzungen im Zusammenhang mit Hasskriminalität. Dabei standen vor allem ausländerfeindliche oder rassistische Motive im Mittelpunkt.

Auch im linken Spektrum und im Bereich ausländischer Ideologie nahm die Gewalt zu. Viele dieser Taten standen im Zusammenhang mit Demonstrationen.

Bundestagswahl beeinflusst die Statistik

Eine wichtige Rolle spielte der Bundestagswahlkampf im Februar. Insgesamt 1550 Straftaten standen laut Innenministerium im Zusammenhang mit der Wahl. Damit entfiel fast jede vierte politisch motivierte Straftat auf diesen Kontext.

Der Großteil betraf Sachbeschädigungen an Wahlplakaten. Allein hier wurden 1231 Fälle registriert.

Starker Anstieg im linken Spektrum

Mehr als ein Drittel aller politisch motivierten Straftaten entfiel weiterhin auf den Bereich rechts. Insgesamt wurden hier 2706 Delikte gezählt.

Im linken Spektrum stiegen die Zahlen besonders deutlich. Die Polizei registrierte 905 Fälle nach 530 im Jahr zuvor. Dabei handelte es sich häufig um Sachbeschädigungen oder Verstöße gegen das Versammlungsgesetz.

Hasskriminalität bleibt auf hohem Niveau

Auch die Hasskriminalität nahm leicht zu. Die Zahl der Fälle stieg von 1654 auf 1717. Mehr als die Hälfte der Taten war erneut rechts motiviert. Schwerpunkte waren antisemitische und rassistische Straftaten.

Deutlich gestiegen ist die Gewalt in diesem Bereich. Die Zahl der Gewaltdelikte verdoppelte sich nahezu von 78 auf 134.

Nach Angaben des Innenministeriums richtet sich Hasskriminalität gezielt gegen Menschen wegen ihrer Religion, Herkunft, Hautfarbe oder sexuellen Orientierung. Betroffen sind unter anderem Juden, Muslime, Flüchtlinge oder homosexuelle Menschen.

Innenminister Strobl warnte zudem vor der Rolle sozialer Netzwerke. Dort verbreiteten sich Hass, Hetze und Desinformation besonders schnell. Die Bekämpfung solcher Straftaten bleibe eine zentrale Daueraufgabe für Polizei und Justiz. dpa/red

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Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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