Plädoyers in Heilbronn: Urteil gegen Jäger möglich
- Auf dieser Strecke bei Heilbronn soll der Jagdpächter die Drähte gespannt haben. (Archivbild)
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Heilbronn. Im Prozess um über eine Mountainbike-Strecke gespannte Drähte könnte am Dienstag, 28. Juli, bereits das Urteil fallen. Vor dem Landgericht Heilbronn sind nach Gerichtsangaben ab 9.30 Uhr zunächst die Plädoyers geplant.
Der 60 Jahre alte Angeklagte soll zwischen Juni und August mehrfach Drahtseile über den sogenannten Dachstrail zwischen Eberstadt und Grantschen im Landkreis Heilbronn gespannt haben. Die bei Mountainbikern beliebte Strecke gilt als illegal.
Nach den Ermittlungen rissen zunächst mehrere Drähte beim Durchfahren, ohne dass jemand verletzt wurde. Später soll der Mann ein stabileres Seil in etwa 1,20 Meter Höhe gespannt haben. Es sei kaum zu sehen gewesen. Ein Mountainbiker bemerkte die Falle den Angaben zufolge noch rechtzeitig und konnte bremsen.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Jagdpächter versuchten Mord vor. Aus ihrer Sicht ist bei dem weiteren Versuch das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt. Seit September ist der Haftbefehl gegen den Mann außer Vollzug gesetzt. Er ist auf freiem Fuß.
Geständnis zum Prozessauftakt
Der Angeklagte hatte die Taten zum Auftakt des Verfahrens gestanden und Reue gezeigt. In einer von seiner Verteidigerin verlesenen Erklärung sagte er, er habe die Radfahrer abschrecken und ein Signal setzen wollen. Über Jahre habe er versucht, die Nutzung des Trails auf legalem Weg zu unterbinden. Das Spannen der Drähte sei aber „eine absolut falsche Entscheidung gewesen“.
Streit um Singletrails in Baden Württemberg
Der Fall steht auch für einen seit Jahren schwelenden Konflikt. Baden Württemberg ist das einzige Bundesland, in dem Radfahren im Wald auf Wegen unter zwei Metern Breite grundsätzlich verboten ist. Diese Regel steht seit 1995 im Landeswaldgesetz.
Für viele Mountainbiker sind gerade solche schmalen Wege attraktiv. Waldbesitzer und Jagdpächter sehen dagegen Probleme durch fremde Nutzer auf ihrem Grund, aufgescheuchtes Wild, Fahrten durch Schutzgebiete und Risiken für andere Menschen im Wald. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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