Nachlöscharbeiten bei Langscheid: Gebiet bleibt unter Kontrolle
- Der größte Teil des Einsatzes ist geschafft, aber das Gelände muss noch überwacht werden.
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Langscheid. Nach dem großen Wald- und Wiesenbrand bei Langscheid bleibt das Einsatzgebiet vorerst gesperrt und wird weiter überwacht. Nach Angaben des Kreises Mayen-Koblenz ist das Feuer zwar weitgehend abgelöscht. In den kommenden Tagen sollen Feuerwehr und weitere Kräfte die Fläche aber intensiv kontrollieren und bewässern.
Rund 50 Hektar Natur sind von dem Brand betroffen. Insgesamt waren etwa 650 Einsatzkräfte und zahlreiche freiwillige Helfer im Einsatz. Die Lage sei inzwischen deutlich entspannter, sagte Timo Kanzinger, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Vordereifel. Es sei nun erkennbar, dass alles kontrollierbar sei. Kräfte würden nach und nach abgezogen.
Brand seit 14. August im Einsatz
Das Feuer war am Freitag, 14. August, aus bislang ungeklärter Ursache ausgebrochen. Seitdem waren durchgehend etwa 200 bis 250 Einsatzkräfte vor Ort. Wegen wechselnder Winde stand zwischenzeitlich auch eine Evakuierung der Orte Langenfeld und Arft im Raum. Im Ortsteil Netterhöfe mussten 20 bis 25 Häuser geräumt werden. Die Bewohner konnten später zurückkehren.
Mit schwerem Gerät und mit Unterstützung von zwei Polizeihubschraubern kämpften die Einsatzkräfte gegen die Flammen. Dazu kamen viele Helfer aus der Region. Vor allem Landwirte und Unternehmer unterstützten laut Kreis mit Fahrzeugen, Maschinen und bei der Wasserversorgung. Auch THW und Forstleute waren im Einsatz.
22 Verletzte bei kräftezehrendem Einsatz
Bei den Löscharbeiten wurden nach Angaben des Kreises 22 Einsatzkräfte verletzt. Meist handelte es sich um leichtere Verletzungen oder Erschöpfung wegen der Hitze. Es gab aber auch schwere Verbrennungen. Ein Feuerwehrmann erlitt am Freitagabend einen Herzinfarkt. Er wird weiter im Krankenhaus behandelt. Sein Zustand ist laut Kreis stabil. Insgesamt mussten vier Menschen ins Krankenhaus.
Rauch auch fernab des Brandorts spürbar
Am Wochenende sorgten auch Brände im Hohen Venn in Belgien und in Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen für Rauch in Teilen von Rheinland-Pfalz. Das Polizeipräsidium Trier hatte am Samstag vor Rauchwolken, Brandgeruch und teils auch Asche in der Luft gewarnt. In Trier gingen laut Stadt zwischen 13 Uhr und 18 Uhr rund 1.100 Notrufe ein. In Wittlich wurde die Säubrennerkirmes am Samstag zeitweise unterbrochen.
Auch am Sonntag gab es erneut Gefahreninformationen zu möglichem Rauch- und Brandgeruch in Teilen von Rheinland-Pfalz. Behörden baten darum, Notrufe nur dann abzusetzen, wenn sich tatsächlich ein Brandereignis in der Nähe zeigt.
Drohnen und Handarbeit bei der Kontrolle
In Langscheid müssen voraussichtlich noch ein bis zwei Tage einzelne Glutnester kontrolliert und gelöscht werden. Drohnen sollen helfen, das Gelände zu überwachen. Gleichzeitig ist viel Handarbeit nötig. Vor allem Wurzelbrände müssen aufgespürt, freigelegt und abgelöscht werden.
Landesforsten Rheinland-Pfalz unterstützten die Arbeiten unter anderem mit Großgerät. Im Wald werden Schneisen angelegt, um die Brandbekämpfung zu erleichtern. Wegen der hohen Temperaturen sind auch Kräfte aus anderen Regionen zur Ablösung vor Ort, darunter aus dem Landkreis Ahrweiler und aus Kaiserslautern.
Bevölkerung soll Gebiet weiter meiden
Die Einsatzleitung weist darauf hin, dass keine weiteren Zivil- oder Spontanhelfer gebraucht werden. Die Bevölkerung soll das Einsatzgebiet nicht eigenständig aufsuchen. Landrat Marko Boos dankte allen Einsatzkräften und Helfern für ihren Einsatz. Auch aus Sicht der Verbandsgemeinde zeigte die große Unterstützung aus der Region, wie stark der Zusammenhalt vor Ort ist. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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