Mehr Polizei, weniger Diebstähle: So hat sich der Frankfurter Hauptbahnhof verändert
- Am Frankfurter Hauptbahnhof und weiteren ÖPNV-Stationen setzen Deutsche Bahn, Stadt, Polizei und VGF auf mehr Streifen, Kontrollen und Videoüberwachung. Die Ordnungspartnerschaft meldet nach einem Jahr weniger Eigentumsdelikte.
- Foto: Deutsche Bahn AG / Dominic Dupont
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Frankfurt. Am Frankfurter Hauptbahnhof und an mehreren wichtigen ÖPNV-Stationen sollen Reisende weiter mehr sichtbare Sicherheitspräsenz erleben. Ein Jahr nach dem Start der Ordnungspartnerschaft ziehen Deutsche Bahn, Stadt Frankfurt, Landespolizei, Bundespolizei und VGF eine positive Bilanz. Wie die Deutsche Bahn mitteilt, gingen vor allem die Fallzahlen bei der Eigentumskriminalität deutlich zurück.
Die Vereinbarung war vor einem Jahr am Montag, 1. September, unterzeichnet worden. Ziel ist mehr Sicherheit und Aufenthaltsqualität am Hauptbahnhof, im Bahnhofsumfeld sowie an wichtigen Knotenpunkten wie Hauptwache, Konstablerwache und Frankfurt-Höchst. Die Kooperation läuft zunächst drei Jahre und verlängert sich danach bis auf Weiteres.
Mehr Streifen an zentralen Stationen
Für Pendlerinnen, Pendler und Reisende ist vor allem die höhere Präsenz vor Ort spürbar. Die Partner setzen auf gemeinsame Sicherheitsstreifen, engere Abstimmung und schnellere Wege zwischen den beteiligten Stellen. Dadurch sollen Erkenntnisse aus verschiedenen Zuständigkeiten rascher zusammengeführt werden.
Nach Angaben der Partner hilft das auch dabei, bestehende Aufenthaltsverbote konsequenter durchzusetzen. Als Erfolg nennen sie einen deutlichen Rückgang bei Delikten wie Taschen- und Trickdiebstählen, Fahrraddiebstählen sowie Straftaten rund um Autos. Konkrete Zahlen wurden in der Mitteilung nicht genannt.
Kontrollen gegen Drogenkonsum, Lagern und Verschmutzung
Ein Schwerpunkt von Polizei Frankfurt und Stadtpolizei liegt auf der Gefahrenabwehrverordnung. Dabei geht es unter anderem um unerlaubtes Lagern, wildes Urinieren und den Konsum von Betäubungsmitteln im öffentlichen Raum. Auch Verschmutzungen und Verstöße gegen Alkoholverbote an Zugängen zu unterirdischen Anlagen sowie in B- und C-Ebenen der Verkehrsstationen stehen im Fokus.
Als Beispiel nennen die Partner die Abgänge vom Bahnhofsviertel zur B-Ebene des Hauptbahnhofs. Dort hielten sich zuvor sowohl Personen aus der Dealer- als auch aus der Konsumentenszene auf. Besonders an den Abgängen „Kaisertor“ und „Münchener Straße“ habe sich die Lage durch Kontrollen und mehr Streifen sichtbar verbessert. Auch die Zahl der Beschwerden sei deutlich gesunken.
Ein zweites Beispiel betrifft den Bereich Elbe- und Kaiserstraße. Dort ging es vor allem um eine Trinkerszene und viele Verstöße durch Kleinabfälle. Nach Angaben der Partner sind Bettelei und Lagern in der Kaiserstraße wegen der hohen Streifenfrequenz rückläufig. Kiosk-Kontrollen zeigten zudem Wirkung, etwa beim Verkauf illegaler Nikotinprodukte und bei Getränken ohne Pfandsiegel.
Diese Maßnahmen laufen bereits
Die Ordnungspartnerschaft umfasst nicht nur Kontrollen. Sie verbindet Polizeiarbeit, Ordnungsdienst, Bahnsicherheit und bauliche Verbesserungen. Dazu zählen unter anderem:
- gemeinsame Streifen von Polizei, Stadtpolizei, DB-Sicherheit und weiteren Partnern
- konsequente Umsetzung der Waffenverbotszone
- ein Alkoholverbot an allen Stationen der DB ab Donnerstag, 15. Oktober
- mehr Präsenz durch den erweiterten Ordnungsdienst der VGF
- modernisierte Bereiche in der B-Ebene des Hauptbahnhofs mit hellerer und offenerer Gestaltung
- mehr Videoüberwachung im Bahnhofsgebiet und KI-gestützte Videoanalyse in Videoschutzzonen auf Grundlage des hessischen Sicherheitsrechts
Am Frankfurter Hauptbahnhof hat die DB zudem im Rahmen eines bundesweiten Sofortprogramms ihre Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. Dazu gehören eine zusätzliche Doppelstreife und eine mobile Unterstützungsgruppe im Großraum Frankfurt. Nach Angaben der Partner sind am Frankfurter Hauptbahnhof bundesweit die meisten Sicherheitskräfte an einem Bahnhof im Einsatz.
Auch die technische Ausstattung spielt eine Rolle. Im Hauptbahnhof sind bereits mehr als 260 hochauflösende Kameras installiert. Weitere sollen im Zuge der Modernisierung und des Großprojekts Masterplan Frankfurt Hauptbahnhof folgen. Im Erdgeschoss bei Gleis 24 ist außerdem eine Bundespolizeiinspektion rund um die Uhr besetzt.
Weitere Infomeile im November geplant
Neben Kontrollen setzen die Partner auf Aufklärung und Dialog. Im Mai fand erstmals die „Sicher FFM Infomeile“ im Foyer des Frankfurter Hauptbahnhofs statt. Dort informierten die beteiligten Stellen über Sicherheit und Prävention. Außerdem wurde am Haupteingang der Pilotraum „Dialogforum“ eröffnet, der seitdem für Formate zu Sicherheit, Prävention und Austausch genutzt wird.
Die nächste „Sicher FFM Infomeile“ ist für Dienstag, 10. November, an der U-Bahn-Station „Hauptwache“ geplant. Weitere Informationen sollen nach Angaben der Partner in Kürze auf der Internetseite sicherffm.de folgen.
Ausweitung auf Bahnhof Frankfurt-Stadion wird geprüft
Die Ordnungspartnerschaft soll fortgeführt und weiterentwickelt werden. Derzeit beraten die Partner darüber, die Zusammenarbeit auf den Bahnhof Frankfurt-Stadion auszuweiten. Dabei geht es auch um die sichere Abwicklung von Großveranstaltungen.
Für Reisende bedeutet die Bilanz vor allem: Die Partner wollen an stark genutzten Stationen weiter sichtbar bleiben. Ob die Maßnahmen dauerhaft wirken, wird sich auch daran messen lassen, ob die rückläufigen Fallzahlen bei Eigentumsdelikten stabil bleiben und ob sich das Sicherheitsgefühl vor Ort weiter verbessert.
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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