Kind im Elsass über ein Jahr im Bus eingesperrt: Vater droht Haft
- Dem Vater droht eine lange Haftstrafe. (Symbolbild)
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Hagenbach im Elsass. Ein erschütternder Fall von Kindesmisshandlung nahe der deutschen Grenze beschäftigt derzeit die Justiz in Frankreich. In dem Ort Hagenbach wurde ein neun Jahre alter Junge entdeckt, der mehr als ein Jahr lang in einem Kleinbus eingesperrt gewesen sein soll.
Nach Angaben des Staatsanwalts von Mulhouse sitzt der Vater inzwischen in Untersuchungshaft. Ihm drohen bis zu 30 Jahre Gefängnis. Der Mann gab laut Ermittlern zu, sein Kind über einen langen Zeitraum im Fahrzeug festgehalten zu haben.
Als Grund nannte er demnach die Angst, der Junge könnte in eine psychiatrische Einrichtung kommen. Dies soll die Stiefmutter des Kindes gefordert haben. Gegen sie wird ebenfalls ermittelt. Wegen unterlassener Hilfeleistung drohen bis zu sieben Jahre Haft.
Junge stark geschwächt aufgefunden
Der Fall aus dem Elsass sorgte landesweit für Aufsehen. Nachbarn hatten die Behörden alarmiert. Einsatzkräfte fanden den Jungen nackt und unterernährt in dem Kleinbus. In dem Fahrzeug lagen auch Exkremente.
Bei einer ersten ärztlichen Untersuchung berichtete das Kind, keine Zahnbürste und keinen Pyjama gehabt zu haben. Auch seine Kleidung sei nicht mehr gewaschen worden.
Nach Angaben des Staatsanwalts erklärte der Junge zudem, er könne seine Beine nicht mehr richtig strecken. Stehen oder laufen sei ihm nicht möglich gewesen. Einsatzkräfte fanden ihn in Embryonalhaltung im Fahrzeug. Die Ermittlungen dauern an. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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