Hitzewelle in Stuttgart: Außergewöhnliche Einsatzlage bis Mitternacht
- Extreme Hitze bringt Rettungsdienst und Kliniken in Stuttgart an ihre Grenzen. Wegen vieler hitzebedingter Notfälle gilt bis Mitternacht eine außergewöhnliche Einsatzlage.
- Foto: Feuerwehr Frankenthal
- hochgeladen von Anouar Touir
Stuttgart. Am Sonntag, 28. Juni, bleibt die Lage wegen der extremen Hitze in der Landeshauptstadt angespannt. Bis Mitternacht gilt weiterhin eine „Außergewöhnliche Einsatzlage“ (AEL), damit zusätzliche Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz gebündelt eingesetzt werden können.
Nach Angaben der Feuerwehr Stuttgart arbeiten Klinikum, Rettungsdienst und Hilfsorganisationen wegen der vielen hitzebedingten Notfälle bereits seit Tagen an der Kapazitätsgrenze. Besonders zum Wochenende seien die Einsatzzahlen deutlich gestiegen. Um die Versorgung sicherzustellen, wurden zusätzliche Rettungswagen und Krankentransportwagen in Dienst gestellt. Auch medizinisch geschulte Feuerwehrkräfte unterstützen bei der Erstversorgung, während Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr andere Einsätze übernehmen.
Das Klinikum Stuttgart meldet weiterhin ein stark erhöhtes Patientenaufkommen in den Notaufnahmen – auch in der Nacht. Laut dem medizinischen Vorstand Prof. Jan Steffen Jürgensen sind die Notfälle zuletzt weiter gestiegen. Teilweise handle es sich um schwere hitzebedingte Erkrankungen mit Organversagen oder neurologischen Komplikationen. Besonders betroffen seien ältere und gesundheitlich vorbelastete Menschen, die teilweise intensivmedizinisch behandelt werden müssen.
Die außergewöhnliche Einsatzlage wurde am Samstagabend um 18.30 Uhr von der Stadt Stuttgart als Untere Katastrophenschutzbehörde ausgerufen. Sie ermöglicht, kurzfristig weitere Ressourcen des Katastrophenschutzes einzusetzen. Fahrzeuge und ehrenamtliche Kräfte von DLRG, Deutschem Roten Kreuz, Johannitern und Maltesern unterstützen dabei den Rettungsdienst.
Feuerwehr und Rettungsdienste appellieren eindringlich an die Bevölkerung, körperliche Anstrengung zu vermeiden, ausreichend zu trinken und sich vor direkter Sonne zu schützen. Ziel sei es, weitere hitzebedingte Notfälle möglichst zu verhindern. Laut Wetterbericht wird eine Entspannung der Lage erst ab Montag erwartet.
Autor:Anouar Touir aus Ludwigshafen |