Hammermord an Senioren: Prozess startet heute in Memmingen
- Wegen Doppelmordes an seiner Großmutter und deren Mann muss sich der Angeklagte vor dem Landgericht Memmingen verantworten.
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Memmingen. Am Landgericht Memmingen beginnt am Mittwoch, 11. März, ein Mordprozess, der auch für die Region von Bedeutung ist, weil es um ein besonders schweres Gewaltverbrechen an zwei Senioren geht.
Ein 31 Jahre alter Mann muss sich ab 9 Uhr wegen zweifachen Mordes verantworten. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll er im Juni vergangenen Jahres seine Großmutter und deren Ehemann in deren Wohnung im schwäbischen Günzburg mit einem Hammer getötet haben. Die Anklage geht von Mord in zwei Fällen aus.
Angeklagter soll Tat gezielt vorbereitet haben
Der körperlich überlegene Angeklagte mit deutscher Staatsangehörigkeit soll bereits mit Tötungsabsicht in die Wohnung der arglosen Senioren eingedrungen sein. In den engen Räumen habe er die beiden Opfer dann brutal mit dem Werkzeug erschlagen.
Rache als zentrales Tatmotiv
Als mögliches Motiv nennt die Anklage Rache. Der Mann soll geglaubt haben, dass der damals 74 Jahre alte Ehemann seine Mutter missbraucht habe und die 78 Jahre alte Großmutter dies geduldet habe. Die Mutter soll ihren Sohn vor der Tat gebeten haben, lediglich den Kontakt zu den Senioren abzubrechen und von weiteren Handlungen abzusehen.
Nach der Tat habe sich der Beschuldigte selbst in ein Bezirkskrankenhaus begeben und die Taten später in einer Vernehmung gestanden. Für Mord sieht das Gesetz zwingend eine lebenslange Freiheitsstrafe vor.
Für das Verfahren sind insgesamt acht Verhandlungstage angesetzt. 22 Zeuginnen und Zeugen sollen gehört werden. Wenn der Prozess planmäßig verläuft, könnte Ende April ein Urteil fallen. dpa
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |