Großeinsatz in Wittlich: Polizei prüft viele Straftaten
- Der entstandenen Sachschaden lässt sich laut Polizei immer noch nicht beziffern. (Symbolbild)
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Wittlich. Nach dem eskalierten Tuning-Treffen in Wittlich ermittelt die Polizei weiter und prüft zahlreiche Straftaten. Die nicht angemeldete Zusammenkunft auf einem Firmengelände in der Nacht vom 19. auf den 20. September war nach Einschätzung des Polizeipräsidiums Trier kein gewöhnliches Treffen der Tuning-Szene.
„Ein solches Treffen gab es in dieser Intensität in der Region bisher nicht“, teilte das Polizeipräsidium Trier auf Anfrage mit. Die Versammlung sei offenbar „konspirativ“ geplant worden. Damit meint die Polizei, dass der genaue Ort zunächst nicht offen genannt und erst kurz vor Beginn über private Gruppen in sozialen Netzwerken verbreitet worden sei.
Teilnehmer kamen wohl aus mehreren Ländern
Nach Angaben der Polizei handelte es sich wahrscheinlich um ein internationales Treffen. Bislang seien keine Teilnehmer aus der Region bekannt. Fahrzeuge und Personen stammten demnach nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Frankreich, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden.
Auf dem Firmengelände sollen sich rund 300 bis 400 Fahrzeuge und etwa 1000 Menschen versammelt haben. Das Unternehmen habe nach Polizeiangaben keine Kenntnis von dem geplanten Treffen gehabt und einer Nutzung des Geländes nicht zugestimmt. Auf das Gelände gelangten die Teilnehmer demnach, weil die Schranke einer Einfahrt beschädigt war und eine weitere Einfahrt frei zugänglich war.
Polizei spricht von massiven Drohungen
Die Polizei hatte eigenen Angaben zufolge vorher keine Kenntnis von dem Treffen. Erst am Abend des 19. September seien Hinweise auf anreisende Fahrzeuge eingegangen. Als Einsatzkräfte eintrafen, seien sie „sofort massiv bedroht und angegangen“ worden. Die Beamten hätten sich deshalb zunächst zurückziehen müssen.
Vermummte Personen sollen sich zu einer größeren Gruppe zusammengeschlossen und sich den Einsatzkräften bedrohlich genähert haben. Teilweise sei Pyrotechnik entzündet worden. Streifenwagen wurden nach Polizeiangaben durch Tritte und Schläge beschädigt. Entgegen ersten Angaben seien aber keine Mülleimer angezündet worden.
Nur ein Teil der Teilnehmer wurde kontrolliert
Die Einsatzkräfte richteten vor Ort Kontrollstellen ein, um Teilnehmer bei der Abreise zu überprüfen und die Anreise weiterer Personen zu verhindern. Kontrolliert wurden nach Polizeiangaben jedoch nur etwa 70 Personen und rund 50 Fahrzeuge. Das Treffen löste sich gegen 3 Uhr auf.
Drei Fahrzeuge wurden sichergestellt. Bei einem Fahrer bestand der Verdacht, dass er unter dem Einfluss berauschender Mittel stand. Ihm wurde eine Blutprobe entnommen. Außerdem stellte die Polizei Betäubungsmittel sicher. Am Sonntagvormittag trafen Beamte in der Nähe des Geländes erneut acht Personen an und sicherten weitere Beweismittel.
Diese Straftaten prüft die Polizei
Die Ermittler prüfen nun mehrere mögliche Straftatbestände. Dazu zählen nach Polizeiangaben:
- Sachbeschädigung
- Hausfriedensbruch
- Landfriedensbruch
- Angriffe auf Einsatzkräfte
- Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz
- Verkehrsdelikte
Die Polizei arbeitet dabei auch länder- und behördenübergreifend. Zugleich betont sie, dass zwischen diesem illegalen und verdeckt geplanten Treffen und genehmigten Veranstaltungen der Tuning-Szene unterschieden werden müsse. Bei erlaubten Treffen würden Menschen meist legale Veränderungen an ihren Fahrzeugen präsentieren. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |