Großbrand in Ettlingen: Gasflaschen lösen Evakuierung aus
- Ein Brand in einem Gewerbegebiet in Ettlingen hat am Dienstag einen Großeinsatz ausgelöst. Wegen mehrerer Gasflaschen im Feuerbereich mussten Einsatzkräfte einen 200-Meter-Sicherheitsradius einrichten und das Umfeld evakuieren.
- Foto: Feuerwehr Frankenthal
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Ettlingen. Am Dienstag, 30. Juni, kam es kurz vor 17 Uhr in einem Gewerbegebiet im Ettlinger Albtal zu einem Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst. In einem zum Abbruch vorgesehenen Gebäude war ein Brand ausgebrochen. Zeitweise bestand Explosionsgefahr, weil mehrere Gasflaschen vom Feuer betroffen waren.
Wie der Kreisfeuerwehrverband Landkreis Karlsruhe berichtet, wurden die Feuerwehren aus Ettlingen und Waldbronn zunächst zu einem Dachstuhlbrand alarmiert. Unter der Leitung von Ettlingens Kommandant Luca Arsic waren zeitweise rund 120 Feuerwehrleute aus allen Ettlinger Abteilungen sowie aus Waldbronn und Malsch im Einsatz. Mit einer Drehleiter und mehreren Löschrohren konnten die Einsatzkräfte das Feuer rasch bekämpfen. Gleichzeitig bauten sie über die nahegelegene Alb und über Hydranten eine leistungsfähige Wasserversorgung auf. Im Brandobjekt fanden die Kräfte insgesamt vier Gasflaschen, drei im Gebäude und eine weitere auf dem Dach. Fachberater für Bau und Einsturz sowie Fachberater Chemie unterstützten die Einsatzleitung.
Nachdem sich eine besonders gefährliche Gasflasche während der Löscharbeiten bewegt hatte, richteten Feuerwehr und Polizei gemeinsam mit dem Ersten Bürgermeister Dr. Moritz Heidecker und dem stellvertretenden Kreisbrandmeister Dominik Wolf einen Sicherheitsradius von 200 Metern ein. Bewohnerinnen und Bewohner sowie Beschäftigte aus dem umliegenden Industrie- und Gewerbegebiet wurden evakuiert. Die Polizei sperrte zusätzlich die angrenzende Landesstraße, auch die Albtalstrecke der AVG wurde vorübergehend gestoppt. Der Rettungsdienst war mit 39 Helferinnen und Helfern sowie 14 Fahrzeugen unter der Leitung des organisatorischen Leiters Rettungsdienst, Yannick Bengert, vor Ort. Ehrenamtliche Kräfte und der Psychosoziale Notfalldienst betreuten die Betroffenen, ein örtliches Hotel stand als Unterkunft bereit.
Zur Bergung der Gasflasche auf dem Dach kam ein Spezialbagger des THW zum Einsatz. Die übrigen Flaschen konnten im Gebäude bleiben, weil sie laut Feuerwehr vollständig im Wasser lagen. Für Schadstoffmessungen wurde das Erkundungsfahrzeug des ABC-Zuges aus Bretten eingesetzt. Die Messungen ergaben keine Gefahr für die Bevölkerung. Über die Warn-App NINA war zuvor vor Explosionsgefahr und möglicher Rauchbelastung gewarnt worden. Eine Drohne der Feuerwehr Kronau lieferte der Einsatzleitung fortlaufend Bilder. Um 23 Uhr gaben die Verantwortlichen Entwarnung, anschließend wurden auch die Sperrungen aufgehoben. Weil alle Ettlinger Kräfte gebunden waren, wurde zur Sicherstellung des Brandschutzes der Brandschutzzug Nord des Landkreises Karlsruhe nach Ettlingen verlegt. Die Berufsfeuerwehr Karlsruhe stellte zusätzlich einen Abrollbehälter mit Löschwasser bereit.
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |