Drohnenfund in Leipzig: Warnung bis nach Ramstein
- Innenminister Schwickert sieht Rheinland-Pfalz für Drohnenangriffe gut aufgestellt. (Archivbild)
- Foto: Boris Roessler/dpa
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Mainz. Der Fund einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig/Halle hat nach Einschätzung von Innenminister Achim Schwickert auch für Rheinland-Pfalz direkte Bedeutung. Der CDU-Politiker nannte den Vorfall in Mainz eine „Warnung für ganz Deutschland“ und verwies auf neue Risiken für Flughäfen, Militärstandorte und andere kritische Infrastruktur im Südwesten.
In der Nacht zum Mittwoch, 5. August, war am Flughafen Leipzig/Halle eine Drohne mit Sprengstoff auf der Südpiste entdeckt worden. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen lag sie nahe einer ukrainischen Transportmaschine. Spezialisten der Bundespolizei entschärften die Vorrichtung.
Warum der Vorfall für Rheinland-Pfalz wichtig ist
Rheinland-Pfalz sieht sich bei der Drohnenabwehr besonders gefordert. Mit der Air Base Ramstein bei Kaiserslautern und dem Flughafen Hahn verfügt das Land über sensible Standorte, die aus Sicht der Sicherheitsbehörden besonderen Schutz brauchen. Schwickert sagte, neue Bedrohungen im Luftraum veränderten die Sicherheitslage grundlegend.
Das Ministerium verweist darauf, dass die Polizei im Land schon früh auf solche Szenarien vorbereitet worden sei. Bis Ende 2027 will die Landesregierung weitere sieben Millionen Euro in Technik, Einsatzkonzepte und die Ausbildung spezialisierter Kräfte investieren. Ziel ist ein besserer Schutz von kritischer Infrastruktur, öffentlichen Veranstaltungen und anderen besonders sensiblen Einrichtungen.
Ramstein und BASF im Fokus
Auch andere Standorte in Rheinland-Pfalz stehen im Blick. Einer britischen Analyse zufolge wurden zwischen August 2024 und Februar 2026 in Deutschland 58 Vorfälle im Zusammenhang mit einer mutmaßlichen Drohnenkampagne registriert. Darunter waren demnach auch sechs ungeklärte Drohnenüberflüge über der US-Air-Base Ramstein.
Als zentraler US-Luftwaffenstützpunkt in Europa gilt Ramstein als mögliches Ziel für Spionage. Von Interesse können laut Sicherheitsanalysen etwa Flugbewegungen, Transportkapazitäten und Schutzmaßnahmen sein.
Auch BASF in Ludwigshafen meldete wiederholt Drohnenüberflüge über dem Werksgelände. Eine Sprecherin erklärte, der Konzern nehme die Vorfälle sehr ernst und arbeite eng mit den zuständigen Behörden zusammen, um Hintergründe aufzuklären und Schutzmaßnahmen zu ergreifen.
Drohnenabwehr soll gemeinsam ausgebaut werden
Drohnenabwehr könne nach Schwickerts Worten kein Bundesland allein leisten. Rheinland-Pfalz setze deshalb auf enge Zusammenarbeit mit Bundespolizei, Bundeswehr, US-Streitkräften, Betreibern kritischer Infrastruktur und weiteren Sicherheitsbehörden. Ein wichtiger Baustein sei die Kooperation zwischen der Polizei Rheinland-Pfalz und der US Air Force.
Gemeinsam würden Verfahren und technische Lösungen zur frühzeitigen Erkennung unbemannter Luftfahrtsysteme entwickelt und erprobt. Zudem gebe es Übungen, Planbesprechungen und einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch. Zuletzt trainierten Polizei und Bundeswehr in Lahnstein im Rahmen der Terrorismusabwehrübung GETEX das Vorgehen bei komplexen Bedrohungslagen.
Schwickert betonte, Rheinland-Pfalz sei heute besser vorbereitet als noch vor wenigen Jahren. Zugleich entwickelten sich die Bedrohungen ständig weiter. Risiken ließen sich deshalb nie vollständig ausschließen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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