Arzt getötet und im Wald vergraben: Ex-Partnerin erneut vor Gericht
- Der Prozess ist bis Mitte Juli terminiert.
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Trier. Fast dreieinhalb Jahre nach dem gewaltsamen Tod eines Arztes aus der Vulkaneifel wird der Fall vor Gericht erneut verhandelt. Am Landgericht Trier hat ein neuer Prozess gegen die frühere Lebensgefährtin des Getöteten begonnen.
Die Frau sagte aus, sie habe von der Tat im gemeinsamen Wohnhaus in Gerolstein zunächst nichts bemerkt. In der Nacht habe ihr damals 16 Jahre alter Sohn sie im Obergeschoss geweckt und nach unten geführt. „Da lag der Mann, den ich geliebt habe und war tot“, sagte die Krankenschwester vor Gericht.
Der Sohn und dessen Halbbruder wurden bereits rechtskräftig wegen Mordes verurteilt.
Leiche später im Wald vergraben
Nach eigenen Angaben half die Angeklagte den beiden Jugendlichen anschließend, den Leichnam in einem Waldstück bei Rockeskyll zu vergraben. „Ich stand im größten Zweispalt meines Lebens“, sagte sie. Sie habe ihren Sohn schützen wollen. Rückblickend bezeichnete sie die Entscheidung, nicht sofort die Polizei zu rufen, als den größten Fehler ihres Lebens.
Die Staatsanwaltschaft geht jedoch davon aus, dass die Frau an der Planung der Tat beteiligt gewesen sein könnte. Deshalb lautet die Anklage im neuen Verfahren auf gemeinschaftlichen Totschlag.
Der Bundesgerichtshof hatte das erste Urteil teilweise aufgehoben. Nach Ansicht der Richter wurde damals nicht ausreichend geprüft, ob die Angeklagte verpflichtet gewesen wäre, ihren Sohn an der Tat zu hindern oder ob sie als Mittäterin oder Gehilfin beteiligt war.
Erstes Urteil bereits gesprochen
Im ersten Prozess im August war die Frau zu zwei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden. Das Gericht sah damals unterlassene Hilfeleistung und Brandstiftung als erwiesen an.
Die beiden Jugendlichen erhielten wegen Mordes Jugendstrafen von neun und sechs Jahren.
Nach bisherigen Ermittlungen soll der 53 Jahre alte Arzt häufig stark Alkohol getrunken haben. Laut Aussagen der Angeklagten kam es dabei zu verbalen und körperlichen Übergriffen. Auch am Abend der Tat habe er sie beleidigt und bedroht.
Daraufhin sollen die beiden jungen Männer den Arzt von hinten mit einem Baseballschläger und einem Schraubenschlüssel angegriffen haben. Anschließend wurde er mit einem Kabelbinder erdrosselt.
Arzt galt lange als vermisst
Der Orthopäde war am Freitag, 30. Dezember, zuletzt an seinem Arbeitsplatz in einem Krankenhaus in Daun gesehen worden und galt danach mehrere Monate als vermisst. Erst im Juni entdeckte ein Spaziergänger Teile der sterblichen Überreste in einem Wald.
Die Angeklagte erklärte vor Gericht, sie habe die Tat nicht gemeinsam mit den Jugendlichen geplant. Mit dem Getöteten habe sie drei kleine Kinder. Diese habe sie seit ihrer Festnahme im September nicht mehr gesehen, sagte sie unter Tränen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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