Wilhelma eröffnet neue Anlage für San-Francisco-Strumpfbandnattern
- Marcus Wittkamp (links) und Gernot Schillinger (rechts) von der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen übergeben vor der neuen Anlage für San-Francisco-Strumpfbandnattern die Spende von 150.000 € an Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin.
- Foto: Foto: Martin Hallmen, Citizen Conservation
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Wilhelma. In der Wilhelma steht seit 21. Juli eine neue Anlage für San-Francisco-Strumpfbandnattern. Zwei Nachzuchten aus dem Allwetterzoo Münster bezogen das 24 Quadratmeter große Freilandterrarium am Tag der Einweihung.
Die San-Francisco-Strumpfbandnatter gehört zu einer Unterart der Gewöhnlichen Strumpfbandnatter und stammt aus einem kleinen Verbreitungsgebiet in Kalifornien. Lebensraumzerstörung, invasive Arten, Krankheiten und illegaler Fang setzen den Beständen zu; viele Teilpopulationen leben isoliert, ein genetischer Austausch bleibt aus.
Wilhelma: Freilandterrarium neben den Kalifornischen Seelöwen
Die Anlage liegt in direkter Nachbarschaft zu den Kalifornischen Seelöwen und entstand als Gemeinschaftsprojekt der Fachbereiche Zoologie, Botanik, Parkpflege, Technik und Umweltbildung. Die beiden Schlangen halten sich ganzjährig dort auf; für die kalte Jahreszeit steht eine frostfreie Überwinterungsbox bereit, in die sich die Tiere selbstständig zurückziehen können.
Beim Bau spielte Präzision eine zentrale Rolle, weil Jungtiere selbst durch kleinste Spalte passen. Ein Schutznetz soll Reiher und Rabenvögel abhalten, ein Grabschutz das Eindringen von Nagetieren verhindern.
Pflanzen aus Kalifornien und ein Tümpel als Lebensraum-Nachbau
Gestaltung und Bepflanzung orientieren sich am natürlichen Lebensraum der Schlange in strukturreichen Feuchtgebieten. Saatgut von 20 typischen Pflanzenarten kam direkt aus Kalifornien und wuchs in der Wilhelma heran.
In der Wiesenfläche wächst unter anderem die Schmalblättrige Seidenpflanze, eine Nahrungsquelle für Raupen des Monarchfalters. Am Rand des Tümpels und in angrenzender Vegetation steht außerdem das bis 1,8 Meter hohe, silbergraue Amerikanische Moxakraut.
Finanzierung und Erhaltungszucht
Die Ingrid Kandler Stiftung in der Stiftergemeinschaft der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen finanzierte das Großterrarium mit 150.000 Euro. Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin sagt: „Wir freuen uns sehr über die große Unterstützung hier aus der Region – zumal die Spende von der Ingrid Kandler Stiftung und der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen nicht nur der Wilhelma, sondern der Erhaltungszucht eines vom Aussterben bedrohten Reptils zugutekommt.“
Um den Erhalt einer Reservepopulation kümmern sich zoologische Gärten in Zusammenarbeit mit privaten Tierhaltenden. Citizen Conservation koordiniert das gemeinsame Erhaltungszuchtprogramm und bildet das Bindeglied zwischen Zoos, Wissenschaft und Privathaltung. [red]
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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