Umweltkritik an Festivals in Deutschland: DUH fordert mehr Mehrweg

Die Deutsche Umwelthilfe kritisiert große Musikfestivals für ihr Müllmanagement.  | Foto: Thomas Frey/dpa
  • Die Deutsche Umwelthilfe kritisiert große Musikfestivals für ihr Müllmanagement.
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Deutschland. Wer im Sommer große Musikfestivals besucht, hinterlässt oft mehr Müll als gedacht. Die Deutsche Umwelthilfe sieht bei vielen Veranstaltungen deutlichen Verbesserungsbedarf beim Abfallmanagement.

Nach einer Umfrage unter zehn großen Festivals fordert die Organisation mehr Mehrwegsysteme, bessere Mülltrennung und nachhaltigere Sanitärlösungen. „Festivals sollen Spaß machen, aber sie dürfen kein Ausnahmezustand für die Umwelt werden“, sagte DUH Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz.

Für die Untersuchung wurden zwischen Montag, 1. Dezember und Samstag, 28. Februar die Veranstaltungen Fusion, Hurricane, Lollapalooza, MS Dockville, Nature One, Parookaville, Rock am Ring, Rock im Park, Southside und Wacken Open Air zu ihrem Abfallkonzept befragt. Besonders kritisch bewertet die DUH die weiterhin häufige Nutzung von Einwegverpackungen.

Nachholbedarf bei mehreren Umweltmaßnahmen

Bei den Zwillingsfestivals Rock am Ring und Rock im Park sieht die Organisation sowohl Fortschritte als auch Defizite. Positiv bewertet wird der Einsatz von Mehrwegbechern und Maßnahmen zur Vermeidung von Einweg Merchandise.

In anderen Bereichen erkennt die DUH jedoch deutlichen Nachholbedarf. Dazu zählen:

  • Mehrwegsysteme für Speisen an allen Essensständen
  • konsequente Mülltrennung auf Festival und Campingflächen
  • stärkerer Einsatz von Kompost oder Trockentrenntoiletten
  • wirksame Maßnahmen gegen Vermüllung auf den Geländen

Nach Angaben der Organisation nutzen bei Rock am Ring bislang 12 von 68 Essensständen Mehrwegverpackungen.

Veranstalter kündigen weitere Schritte an

Die Veranstalter von Rock am Ring und Rock im Park betonen, Nachhaltigkeit werde als kontinuierlicher Prozess verstanden. Ziel sei es, Abfälle zu vermeiden und Materialien stärker im Kreislauf zu halten.

So wurde das sogenannte Green Camping im Jahr 2025 ausgebaut. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Naturschutz und konsequenter Mülltrennung. Zudem arbeiten die Festivals mit optimierten Sammel und Entsorgungssystemen sowie Informationsangeboten für Besucher.

In einem Bereich des Festivalgeländes von Rock am Ring wird bereits ausschließlich Mehrweggeschirr verwendet. Eine Ausweitung dieses Konzepts auf weitere Flächen ist geplant.

Bei Rock im Park wurden außerdem besetzte Recyclingstationen eingeführt. Sie sollen die Trennung von Wertstoffen verbessern und die Recyclingquote erhöhen. Nach Angaben des Veranstalters verursachte die Abfallentsorgung im Jahr 2025 weniger als fünf Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen der Veranstaltung. dpa/red

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Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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