maybrit illner: Selenskyj sagt, Deutschland helfe mehr als die USA

Wolodymyr Selenskyj. | Foto: ZDF, Foto: AP / Kulbis, Mindaugas

maybrit illner. Wolodymyr Selenskyj setzt in einem exklusiven ZDF-Interview klare Akzente, und einer davon trifft Deutschland direkt. Auf die Frage von ZDF-Moderatorin Maybrit Illner nach dem wichtigsten Partner in Europa sagt der ukrainische Präsident: „Der größte strategischer Partner in Europa ist ganz sicher Deutschland".

Das mehr als 30-minütige Gespräch führte Illner am 14. April im Anschluss an die deutsch-ukrainischen Regierungskonsultationen in Berlin. 

„Wichtiger als die USA?” und eine Antwort ohne Umwege

Als Illner nachhakt, ob Deutschland sogar wichtiger als die USA sei, wird Selenskyj noch deutlicher. „Um ehrlich zu sein, macht Deutschland tatsächlich mehr als alle anderen. Die Amerikaner finanzieren unseren Kampf nicht. Ich möchte USA und Deutschland nicht vergleichen, aber Deutschland hilft mehr heute.", sagt Selenskyj. Im Interview spricht Selenskyj auch darüber, warum aus seiner Sicht die Ukraine in den USA weniger im Fokus steht. Er nennt den Iran-Krieg als Grund, warum sich die USA „immer weniger” mit der Ukraine beschäftigten.

Maybrit Illner: Selenskyj über Kushner und Witkoff

Mit Blick auf die beiden US-Verhandler Jared Kushner und Steve Witkoff sagt Selenskyj: „Sie sind ständig in Kontakt mit Iran und haben keine Zeit für die Ukraine." Damit zeichnet er das Bild einer Diplomatie, die woanders gebunden ist. Zuvor traf Selenskyj am Dienstag Bundeskanzler Friedrich Merz, der die deutsch-ukrainischen Regierungskonsultationen in Berlin begleitete. Auch dieses Treffen spielt im Interview als Hintergrund eine Rolle.

Migration wehrfähiger Männer: Selenskyj reagiert auf Merz

Selenskyj äußert sich außerdem zur Forderung von Friedrich Merz, die Ukraine solle dafür sorgen, wehrfähige Männer im Land zu behalten, statt sie etwa nach Deutschland ausreisen zu lassen. „Ich kann den Menschen nicht verbieten sich freiwillig zu bewegen", sagt Selenskyj. Gleichzeitig betont er: „Natürlich möchte ich, dass sie zurück in die Ukraine kommen." Und er zeigt Verständnis für die Lage in Deutschland: „Ich höre, was Friedrich sagt. Ich verstehe, das ist eine Belastung für den deutschen Haushalt." [red]

Autor:

Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern

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