Kürbisernte in Baden-Württemberg: Was Verbraucher jetzt erwartet
- Es dürften weniger Kürbisse in diesem Jahr werden. (Symbolfoto)
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Baden-Württemberg. Verbraucher können sich in Baden-Württemberg schon jetzt auf frische Kürbisse einstellen, müssen aber bei manchen Sorten mit kleineren Mengen und kleineren Schnitzkürbissen rechnen. Nach einem nassen Frühjahr und einem heißen, trockenen Sommer beginnt die Saison ungewöhnlich früh.
Ernte startet früher als früher üblich
Kürbisbauer Dennis Ruf spricht von einer „erschreckend frühen“ Ernte. Die ersten Hokkaido seien bereits geerntet, die Haupternte soll nun Ende August anlaufen. Früher habe sie nach seinen Angaben erst Mitte September begonnen.
Die Pflanzen werden Anfang Mai gesät und brauchen normalerweise 90 bis 110 Tage bis zur Ernte. Wärme beschleunigt die Entwicklung. Dass die Saison immer früher startet, beobachtet Ruf seit Jahren. Gleichzeitig passe das zur Nachfrage, weil Kunden Speisekürbisse inzwischen früher kaufen wollten.
Trockenheit senkt die Menge
Das Frühjahr war für die Kürbisse zunächst fast zu nass. Auf manchen Flächen verfaulten Körner im Boden. Danach erholten sich die Pflanzen, bevor die große Trockenheit kam. Die Kürbisse hätten diese Phase laut Ruf noch „einigermaßen gut weggesteckt“.
Ganz ohne Folgen blieb die Hitze aber nicht. Einige Hokkaido bekamen Sonnenbrand und helle Flecken. Werden solche Früchte nicht rechtzeitig aussortiert und eingelagert, können sie von innen faulen.
Bei der Menge zeigt sich die Trockenheit ebenfalls. Ein Hokkaido trägt normalerweise etwa vier bis fünf Früchte pro Pflanze. In diesem Jahr seien es teils nur zwei. Auch Zierkürbisse bilden nach Beobachtung des Landwirts weniger Früchte. Statt sonst etwa zehn bis 20 kleinen Kürbissen pro Pflanze seien es teilweise nur acht.
Was beim Einkauf wichtig wird
Für Verbraucher ist vor allem wichtig: Der Geschmack soll nach Angaben des Kürbisbauern nicht leiden. „Es fehlt kein Aroma“, sagt Ruf. Die Auswahl dürfte weiterhin groß bleiben.
Zu den gefragten Speisekürbissen zählen in dieser Saison vor allem:
- Hokkaido als Klassiker für Suppe, Ofen und Püree
- Butternut mit mildem, nussigem Geschmack
- Spaghettikürbis als faserige Alternative für Aufläufe und Pfannengerichte
- kleine Ofen- und Mikrowellenkürbisse für schnelle Gerichte
Die Ausgaben der Landwirte steigen laut Ruf von Jahr zu Jahr. Die Preise für Kürbisse seien dagegen weitgehend gleich geblieben.
Kürbisverbrauch steigt deutlich
Der Kürbis ist in Deutschland gefragter als früher. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Speisekürbissen stieg nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft in den vergangenen fünf Jahren um rund 20 Prozent. Rechnerisch isst jeder Mensch in Deutschland mehr als ein Kilogramm Kürbis im Jahr. Vor rund zehn Jahren waren es noch 750 Gramm.
Dieser Wert ist ein Durchschnitt. Er setzt Inlandsproduktion und Importe ins Verhältnis zur Einwohnerzahl. Tatsächlich essen manche Menschen viel Kürbis und andere gar keinen.
Die Anbaufläche für Speisekürbisse lag zuletzt bei rund 5.300 Hektar. Das entspricht 53 Quadratkilometern und damit ungefähr der Fläche von Konstanz. Nach Angaben des Deutschen Bauernverbands konzentriert sich die Produktion auf Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Drei Viertel der deutschen Kürbisse wachsen in diesen vier Ländern.
Ludwigsburg setzt auf Kürbiskunst
Auch abseits der Küche bleibt der Kürbis ein Herbstklassiker im Südwesten. Im Blühenden Barock in Ludwigsburg hat die traditionelle Kürbisausstellung begonnen. Sie läuft bis Sonntag, 1. November. Unter dem Motto „Let's Play“ werden Tausende Kürbisse zu Figuren und Skulpturen arrangiert.
Zu sehen sind Motive aus Brettspielen, Kartenspielen und digitalen Spielen. Auch Schach und Minecraft gehören zur Ausstellung. Auf Bauernhöfen ziehen Kürbisausstellungen ebenfalls jedes Jahr viele Besucher an.
In der Gastronomie und Kaffeekultur hat der Kürbis ebenfalls an Bedeutung gewonnen. Für viele beginnt der Herbst mit Pumpkin Spice Latte, also Kaffee mit Kürbissirup und Gewürzen wie Zimt, Ingwer und Nelken. Auch Süßwaren, Smoothies und Schokolade greifen den Geschmack auf.
Spätestens zu Halloween bekommen Schnitzkürbisse einen weiteren Auftritt. Hier macht sich die Trockenheit laut Ruf ebenfalls bemerkbar. Die Kürbisse erreichten in diesem Jahr nicht die gewohnte Größe. Botanisch gelten Kürbisse trotz ihrer Nutzung in der Küche als Früchte, weil sie aus der Blüte entstehen und Samen tragen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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