Kritik bei Inga Rumpf: Rockstar hadert mit Spotify
- Sängerin Inga Rumpf bei einem Interview mit der dpa Deutsche Presse-Agentur in den Räumen des Medienunternehmens Edel in Hamburg.
- Foto: Christian Charisius/dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Inga Rumpf. Kurz vor ihrem achtzigsten Geburtstag rechnet die Hamburger Rocksängerin mit dem Musikgeschäft im Netz ab. Inga Rumpf sagt über Streamingdienste wie Spotify und Co. klar: «Spotify und Co. machen uns Künstler kaputt».
Die Musikerin, bekannt durch «My Life Is A Boogie», beschreibt einen Markt, in dem Downloads und Streams vielen Künstlern kaum noch Einnahmen bringen. «Ich habe Gott sei Dank immer noch Fans, die für einen Download aus dem Internet bezahlen - so einen Euro pro Stück. Aber andere Künstler verdienen heute gar nichts, es sei denn, sie haben Millionen Downloads», sagte Rumpf der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg.
Besonders für junge Musiker werde es immer schwieriger, überhaupt eine Produktion zu finanzieren. Weil kaum noch Menschen einen CD-Player besäßen, würden auch nur noch wenige Tonträger hergestellt.
Zum Geburtstag blickt Inga Rumpf zurück
Mit der Technik hätten sich auch die Hörgewohnheiten stark verändert. «Ich erinnere mich an eine Zeit, in der wir alle halbe Jahre einmal eine Langspielplatte gekauft haben - und die bis zum Rillenboden von morgens bis abends gehört haben. Wir kannten unsere Lieblingskünstler in- und auswendig, konnten jeden Ton mitsingen», sagte der Rockstar, der am Sonntag, 2. August, achtzig Jahre alt wird.
Heute seien oft kostenlose Downloads so alltäglich geworden, dass Musik womöglich nicht mehr so aufmerksam gehört werde. Auch bei ihr selbst habe sich viel verändert. «Ich höre fast gar keine Musik mehr», gestand Rumpf.
Für Fans steht der nächste große Termin aber schon fest. Am 13. September soll in der Hamburger Elbphilharmonie das bereits ausverkaufte Geburtstagskonzert «Inga 80 - Inga Rumpf & Friends + Very Special Guests» steigen. Ende des Jahres soll davon ein Live-Mitschnitt erscheinen - auf CD. dpa/red
Autor:Stephanie Walter aus Wochenblatt Kaiserslautern |