Jubiläum in Mainz: ZDF-„Fernsehgarten“ wird 40
- Der «Fernsehgarten» feiert auch gerne Motto-Partys - etwa «Mallorca vs. Oktoberfest». (Archivbild)
- Foto: Hannes P. Albert/dpa
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Mainz. Der ZDF-„Fernsehgarten“ startet am Sonntag, 10. Mai, in eine besondere Saison. Die traditionsreiche Sonntagsshow feiert in diesem Jahr ihr 40. Jubiläum und gehört damit zu den langlebigsten Unterhaltungssendungen im deutschen Fernsehen.
Seit der ersten Ausgabe am 29. Juni 1986 hat sich vieles verändert. Deutschland ist wiedervereinigt. Das Internet prägt den Alltag. Musik wird heute meist gestreamt statt auf Schallplatte gehört. Der „Fernsehgarten“ blieb dagegen eine feste Größe im TV-Programm.
Nach Angaben des ZDF wurden in vier Jahrzehnten mehr als 1.300 Stunden der Sendung live produziert. Pro Saison verfolgen rund 100.000 Zuschauerinnen und Zuschauer die Show direkt auf dem Mainzer Lerchenberg. Bei jeder Ausgabe sind etwa 5.000 bis 6.000 Menschen vor Ort.
Mehrere Moderatoren prägten die Show
Das erste Gesicht des „Fernsehgartens“ war Ilona Christen. Sie moderierte bis 1992 und sorgte mit spektakulären Aktionen für Aufmerksamkeit. Dazu gehörten ein Fallschirmsprung auf das Gelände oder Moderationen aus großer Höhe.
Später übernahmen unter anderem Ramona Leiß und für eine Saison im Jahr 2008 Ernst-Marcus Thomas. Besonders eng verbunden ist die Show jedoch mit Andrea Kiewel. Sie moderierte zunächst von 2000 bis 2007 und kehrte 2009 zurück. In diesem Jahr geht sie in ihre 26. Saison.
Auch andere Gesichter gehören seit vielen Jahren zum festen Bestandteil. Fernsehkoch Armin Roßmeier ist seit der ersten Sendung dabei. Sänger Bernhard Brink hält mit 41 Auftritten den Rekord unter den musikalischen Gästen.
„Fernsehgarten“ als Sommer-Ritual
Die Sendung setzt seit Jahrzehnten auf ein ähnliches Konzept. Zwei Stunden Unterhaltung mit Musik, Spielen, Kochen und ungewöhnlichen Aktionen unter freiem Himmel. Auch während der Corona-Pandemie blieb die Show im Programm. Im Jahr 2020 zeitweise ohne Publikum.
Zu den ungewöhnlichen Momenten gehörten etwa mehr als 100 Zwillingspaare im Publikum oder eine 24-Stunden-Laufbandaktion von Joey Kelly für einen guten Zweck. Sogar eine Live-Schalte zur Internationalen Raumstation ISS gab es.
TV-Beobachter sehen im „Fernsehgarten“ ein bewusst unkompliziertes Format. Unterhaltung, Schlager und Trends aus dem Alltag stehen im Mittelpunkt. Laut ZDF verbinde die Sendung seit Jahrzehnten verschiedene Generationen.
Improvisation gehört dazu
Nicht immer läuft alles nach Plan. Im Juni 2025 musste Andrea Kiewel kurzfristig vertreten werden. Wegen eines gesperrten Luftraums über Israel konnte sie nicht von Tel Aviv nach Mainz reisen. Moderiert wurde die Sendung stattdessen von Joachim Llambi und Lutz van der Horst.
Auch das Wetter spielte der Show schon mehrfach einen Streich. Im Juli vergangenen Jahres wurde eine Mallorca-Ausgabe nach wenigen Minuten wegen eines Gewitters abgebrochen. Schon 2019 musste eine solche Sendung wetterbedingt ins Studio verlegt werden.
Kiewel beschreibt die Mischung aus Planung und spontanen Momenten als besonderen Reiz. Für sie sei der „Fernsehgarten“ „sonnig, happy und manchmal ein bisschen wild“.
Selfies statt Autogrammkarten
In den vergangenen Jahrzehnten habe sich vieles verändert. Früher baten Fans um Autogrammkarten. Heute entstehen meist Selfies. Auch die Produktion habe sich gewandelt. Streamingplattformen und soziale Netzwerke hätten die Grenzen für Unterhaltung erweitert.
Für die Jubiläumssaison kündigte Kiewel bereits mehrere besondere Ausgaben an. Dazu gehört auch eine ungewöhnliche Sommer-Weihnachtsparty im August.
Vier Jahrzehnte nach der Premiere bleibt der „Fernsehgarten“ damit ein fester Bestandteil des deutschen Sommerfernsehens. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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