Blick in Mainzer Staatskanzlei: Weinkeller bleibt erhalten
- Die Tür zum legendären Weinkeller in der Staatskanzlei in Mainz.
- Foto: Hannes P. Albert/dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Mainz. Der historische Weinkeller in der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei bleibt als besondere Tradition des Landes erhalten. Das hat Ministerpräsident Gordon Schnieder in Mainz deutlich gemacht.
Der Raum gilt bundesweit als einmalig. Er wurde 1970 auf Wunsch des damaligen Ministerpräsidenten Helmut Kohl im früheren Kohlekeller des denkmalgeschützten Gebäudes eingerichtet. Nach Angaben der Staatskanzlei sollte dort ein Ort für informelle Gespräche entstehen, weil Kohl die Sitzungen des Ministerrats als zu förmlich empfand.
Warum der Weinkeller in Rheinland-Pfalz besonders ist
Der Keller steht sinnbildlich für das Weinland Rheinland-Pfalz. Verbaut wurden laut Staatskanzlei Original-Gegenstände aus verschiedenen Regionen des Landes.
- Original-Fassdauben aus Edenkoben
- Keramiken aus Bad Ems
- Die Skulptur „Fröhlicher Steuermann“ am Eingang
Holzpaneele und das runde Tischensemble erinnern an ein großes Weinfass. Gerade an warmen Tagen ist der Raum im historischen Neuen Zeughaus zudem einer der kühleren Orte des Gebäudes.
Neue Regierung entdeckt einen lange verborgenen Ort
Schnieder betrat den legendären Weinkeller nach eigenen Worten erst nach dem Regierungswechsel in diesem Frühjahr zum ersten Mal. Während der jahrzehntelangen SPD-Regierungszeit sei der Raum für viele CDU-Politiker kaum zugänglich gewesen. Seit dem Amtsantritt von Rudolf Scharping am 8. Dezember 1985 war der Weinkeller politisch betrachtet über lange Zeit in SPD-Hand.
„Ich kannte den legendären Weinkeller, aber ich war selbst nie drin“, sagte Schnieder. Nun sitze er an einem Ort, der stark mit der Amtszeit Helmut Kohls verbunden sei.
Was sich im Keller verändert hat
Nach Angaben von Schnieder ist dort fast alles noch im Originalzustand erhalten. Eine wichtige Änderung betrifft jedoch das große Tischrund. Zwei Durchgänge wurden später ergänzt, damit Gäste leichter aufstehen und den Platz verlassen können.
Der frühere Ministerpräsident Kurt Beck berichtete, dass dies nach einer Verletzung von Bernhard Vogel veranlasst worden sei. Früher sei das Verlassen des Platzes deutlich umständlicher gewesen, weil andere Personen hätten aufstehen müssen oder man über den Tisch habe steigen müssen.
So wird der Raum heute genutzt
Nach Angaben Schnieders dient der Weinkeller heute vor allem für interne Besprechungen, Abschlussabende oder Presserunden. Beck erinnerte daran, dass der Raum schon früher dann genutzt worden sei, wenn Gespräche in lockerer Atmosphäre geführt werden sollten.
Auch am Weinvorrat wurde laut Beck in seiner Amtszeit gearbeitet. Als er 1993 in die Staatskanzlei einzog, habe die Qualität der eingelagerten Weine zunächst nicht dem Anspruch des Landes genügt. Später sei ein Bestand aufgebaut worden, der die Qualität rheinland-pfälzischer Weine besser abbilde.
Öffentlichkeit kann den Weinkeller teils besichtigen
Bei Tagen der offenen Tür gibt es für Besucher die Möglichkeit, die historischen Räume der Staatskanzlei zu sehen. Dazu gehört auch der Weinkeller, in dem laut Staatskanzlei im Laufe der Jahre bereits prominente Gäste empfangen wurden.
Für Schnieder ist klar, dass der Raum als Teil der Landesgeschichte erhalten bleiben soll. „Er bleibt erstmal so, wie er ist“, sagte der Ministerpräsident. Der Weinkeller zeige deutlich, dass Rheinland-Pfalz Weinland sei. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
|
| Cornelia Bauer auf Facebook | |