Auftritte abgesagt: Offenbacher Haftbefehl unter ärztlicher Aufsicht
- Der Rapper Haftbefehl bei einem Auftritt. (Archivbild)
- Foto: Hannes P. Albert/dpa
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Offenbach. Die geplanten Konzerte von Haftbefehl in Düsseldorf und Berlin fallen aus. Der Offenbacher Rapper muss sich nach Angaben seines Bruders und seines Managements derzeit auf seine Gesundheit konzentrieren.
Haftbefehl, mit bürgerlichem Namen Aykut Anhan, befinde sich „unter ärztlicher Aufsicht“, sagte sein Bruder Cem Anhan, der als Rapper Capo bekannt ist, in einem Video bei Instagram und TikTok. Konkrete Angaben zum Gesundheitszustand machte er nicht.
Das Management teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, dem 40-Jährigen gehe es von Tag zu Tag besser. Er gewinne zunehmend an Kraft. Die Absagen seien erfolgt, weil seine Gesundheit nun Vorrang habe. Wann weitere öffentliche Auftritte möglich sind, wurde nicht mitgeteilt.
Öffentliche Pause nach gesundheitlichen Problemen
Bereits im Juni hatte Haftbefehl eine Auftrittspause aus gesundheitlichen und persönlichen Gründen angekündigt. Er erklärte damals, die große Aufmerksamkeit und der öffentliche Rummel hätten ihn zusätzlich belastet.
Der Musiker hatte in der Netflix-Dokumentation „Babo – Die Haftbefehl-Story“ offen über psychische Probleme und seinen Kokainkonsum gesprochen. Nach Angaben im Film hatte die Sucht ihn beinahe das Leben gekostet. Die Dokumentation löste eine breite Debatte aus und machte seine persönliche Situation auch über die Rap-Szene hinaus bekannt.
Warum die Nachricht viele Menschen beschäftigt
Das Video von Cem Anhan wurde millionenfach aufgerufen und löste Tausende Reaktionen aus. Auch Kollegen wie Marteria und Samra schickten öffentlich Genesungswünsche.
Der Soziologe Martin Seeliger von der Universität Bremen sieht mehrere Gründe für das anhaltende Interesse. Haftbefehl sei ein außergewöhnlicher Künstler und zugleich eine öffentliche Figur, deren persönliche Krisen durch die Dokumentation besonders sichtbar geworden seien. Berichte über Drogen, Showgeschäft und einen möglichen medizinischen Notfall zögen zusätzliche Aufmerksamkeit auf sich.
Seeliger kritisiert zugleich eine voyeuristische Perspektive auf die Lebenskrise des Rappers. Im Vordergrund müsse stehen, dass Haftbefehl Zeit für seine Genesung braucht. Das Management bat Fans um Verständnis, Geduld und positive Unterstützung. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |