Abschied in Stuttgart: Dieter-Thomas Kuhn hört auf
- Das offene Blümchenhemd mit Brusthaartoupet ist Kuhns Markenzeichen. (Archivbild)
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Stuttgart. Fans von Dieter-Thomas Kuhn können den Abschied planen: Der aus Tübingen stammende Schlagersänger will seine Bühnenfigur mit drei letzten Konzerten beenden, eines davon in Stuttgart. Nach 35 Jahren mit Föhnwelle, Schlaghose, Glitzer und künstlichem Brusthaar soll die gemeinsame Zeit mit seiner Band endgültig auslaufen.
Auf der Bühne bleibt Kuhn die „singende Föhnwelle“. Hinter dem offenen Blümchenhemd, dem Brusttoupet und den Sonnenblumen steckt eine Figur, die Anfang der 90er Jahre als Scherz begann und für viele Fans im Südwesten längst Kult ist.
Die Abschiedstermine im Überblick
Die Band plant drei letzte Auftritte. Stuttgart wird zum Heimspiel, Berlin zum zweiten Schauplatz des Abschieds.
- Samstag, 24. Juli: MHP-Arena Stuttgart
- Freitag, 6. August: Berliner Waldbühne
- Samstag, 7. August: Berliner Waldbühne
Es ist nicht der erste Abschied von Dieter-Thomas Kuhn. Der 61-Jährige betont aber, diesmal sei der Schritt gut überlegt. „Es fühlt sich noch nicht wie ein Abschied an“, sagte Kuhn. Ein Abschied nur auf Zeit sei nicht geplant.
Warum Kuhn keinen Ersatz sucht
Ein wichtiger Grund für das Ende ist die schwere Erkrankung von Gitarrist Philipp Feldtkeller. Seine gesundheitliche Situation machte in den vergangenen Jahren viele Auftritte unmöglich. Einen Ersatz will Kuhn nicht suchen.
„Ich finde es konsequent, wenn wir sagen: Wir machen das zusammen oder wir machen es gar nicht“, sagte der Sänger. Das sei immer das Credo der Band gewesen. Damit wird der Abschied nicht nur zu einer Entscheidung über Konzerte, sondern auch zu einer Frage der Loyalität innerhalb der Gruppe.
Vom Scherz zum Kult
Begonnen hatte die Geschichte 1992. Kuhn rechnete damals nicht damit, dass die Schlagershow lange laufen würde. Aus einigen Monaten wurde ein Jahr, dann noch eines. Irgendwann war klar, dass das Publikum die überzeichnete Schlagerfigur nicht mehr gehen lassen wollte.
Die Band nahm den Schlager der 70er Jahre ernst und übertrieb ihn zugleich. Föhnwelle, künstliches Brusthaar, Glitzer und eine bewusst große Geste wurden zu Markenzeichen. Kuhn sagt, gerade diese Figur mit ihren Facetten sei von Anfang an das Erkennungsmerkmal gewesen.
Kinofilm begleitet den Abschied
Für Fans kommt der Abschied auch ins Kino. Der Dokumentarfilm „Und es war Sommer“ startet am Donnerstag, 17. September. Regisseurin Juliane Sauter sichtete dafür mehr als 180 Stunden Archivmaterial und begleitete die Band über Monate sowie auf ihrer Tour 2024.
Der Film beginnt mit einem Konzert in Konstanz und führt zurück in die Anfangsjahre. Zu sehen sind Backstage-Szenen, Tourbus, Garderobe, Haarspray, Musik und viele private Momente. Aus einer Bandchronik wurde nach Angaben der Beteiligten auch eine Geschichte über Freundschaft, besonders zwischen Kuhn und Feldtkeller.
Was nach dem letzten Lied bleibt
Dass Abschied bei Kuhn schon früher Thema war, zeigt der Blick auf 1999. Damals beendete die Band ihre erste Etappe. Kuhn versuchte sich mit anderer Musik auf einer Clubtour, merkte aber, dass der gemeinsame Spaß fehlte. Das spätere Comeback mit den alten Markenzeichen zeigte, wo seine eigentliche Stärke lag.
Heute erreicht die Bühnenfigur nach Angaben des Sängers mehrere Generationen. Manche Fans der Anfangszeit bringen inzwischen jüngere Besucher mit. Nach den drei letzten Konzerten soll nun aber Schluss sein. Kuhn rechnet nach dem letzten Lied in Berlin mit einer großen Leere. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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