Unabhängige Stiftung soll Katastrophenopfern nachhaltig helfen
Katastrophennachsorge auf eigene Füße gestellt

Dr. Alexander Jatzko und seine Mutter Sybille haben von Boris und Patrizia Boßert für die Stiftung Katastrophennachsorge einen Scheck über 1000 Euro erhalten
  • Dr. Alexander Jatzko und seine Mutter Sybille haben von Boris und Patrizia Boßert für die Stiftung Katastrophennachsorge einen Scheck über 1000 Euro erhalten
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Kaiserslautern. Mit dem Unglück in Ramstein fing alles an: Das Ehepaar Jatzko setzte sich für die Opfer und Hinterbliebenen ein, betreut sie bis heute psychologisch. Mittlerweile sind ehemalige Betroffene ebenfalls zu Helfern geworden, es kommen aber immer noch mehr Menschen hinzu, die bisher versucht haben, selbst mit dem schrecklichen Ereignis fertig zu werden.
Nach Ramstein wurden außerdem Opfer und Hinterbliebene des Flugzeugabsturzes Birgenair, des Seilbahnunglücks in Kaprun, des Busunglücks Hensis, des Tsunamis in Thailand, der Loveparade in Duisburg, des German Wings Flugzeugabsturzes sowie des Terroranschlags in Istanbul betreut. Da die Stiftung, die in den vergangenen Jahren die Betreuung finanzierte, zur Kirche gehörte und lokal verortet war, konnte nur geholfen werden, wenn die Betroffenen im Rheinland ansässig waren. So konnte Opfern des Terrors auf dem Berliner Breitscheid Platz beispielsweise nicht geholfen werden. Mit der neuen, von anderen Instutitionen unabhängigen Stiftung kann nun frei agiert werden. Kooperiert wird mit dem Weißen Ring, um den Betroffenen auch umfangreiche Hilfe bei Behördengängen, Anträgen oder Gerichtsprozessen zu geben. Ziel der in dieser Form weltweit einzigartigen Katastrophennachsorge ist es, die Menschen mit ihrem Trauma nicht alleine zu lassen. Denn schon kurz nach der Katastrophe werden die Menschen nicht mehr betreut und an die Regelversorgung verwiesen. Doch für so viele Patienten auf einen Schlag gibt es diese Betreuung nicht. Psychiater haben ohnehin meist lange Wartelisten und kennen sich mit Traumabewältigung nicht zwingend aus. In der betreuten Selbsthilfegruppe hingegen ist es leichter, das Erlebte auszuhalten, Bilder wegzubekommen und im Weitergehen nicht alleine zu sein. Hier erfahren alle Mitglieder Halt und Unterstützung. Zudem sind sie in der Gruppe auch Helfer für andere, in der Therapie lediglich das Opfer.
Das Ehepaar Boßert aus Kaiserslautern hat selbst schon Erfahrungen mit Trauma-Erlebnissen gemacht und weiß die Arbeit der Familie Jatzko deshalb besonders zu schätzen. Als ihr selbst betriebenes Hotel nun Jubiläum feierte, baten sie die Gäste um eine Spende für die neue „Stiftung Katastrophennachsorge“ und rundeten den Betrag großzügig auf 1000 Euro auf. jv

Weitere Informationen:
www.katastrophen-nachsorge.de

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