Marienheim mit 27 Plätzen für wohnungslose Männer und Frauen eröffnet
„Ein einmaliges Angebot in Stadt und Landkreis Kaiserslautern“

Der Caritasvorsitzende Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer segnete alle Räume des neuen Marienheims, das 27 wohnungslosen Männern und Frauen ein Zuhause ist  Foto: Friederike Jung, Caritasverband / ps
  • Der Caritasvorsitzende Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer segnete alle Räume des neuen Marienheims, das 27 wohnungslosen Männern und Frauen ein Zuhause ist Foto: Friederike Jung, Caritasverband / ps
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Caritasverband. Die Zeiten des Leerstands sind Vergangenheit: Seit April bietet das Marienheim in der Pariser Straße Kaiserslautern unter der Leitung des Caritas-Förderzentrums St. Christophorus wohnungslosen Frauen und Männern ein Zuhause. Bei einer Feier mit den Bewohnern, Mitarbeitenden und einer großen Gästeschar wurde es am Freitag, 14. September, eingeweiht.
Nachdem die Einrichtung der Wohnungslosenhilfe St. Christophorus in der Logenstraße räumlich an ihre Grenzen gestoßen war, sei eine Erweiterung notwendig geworden. „Da St. Christophorus schon lange keine reine Männereinrichtung mehr ist, war es für uns als Träger wichtig, an einem anderen Platz eine gewisse Anzahl von Plätzen für Frauen vorzuhalten“, sagte die Leiterin der Abteilung Soziales des Caritasverbandes für die Diözese Speyer, Barbara Aßmann. Im Marienheim, an dem schon sehr unterschiedliche karitative Aufgaben umgesetzt wurden, habe sich schließlich ein geeigneter Ort gefunden. „Hier haben die Menschen einen Platz, an dem sie sich beheimatet fühlen, um von hier aus neue Lebensperspektiven für sich zu entwickeln.“ Dass so viele Vertreter von Behörden und kooperierenden Institutionen zur Feier gekommen waren, wertete Aßmann als Zeichen einer gelungenen Vernetzung, die für eine gute Arbeit in der Wohnungslosenhilfe unverzichtbar sei.
„Es war ein langer, anstrengender Weg von der Vision bis zur Verwirklichung. Aber nun haben wir im Marienheim eine Burg aufgebaut, die unsere Bewohner begrüßt, beschützt und unterstützt, wenn sie Hilfe brauchen“, sagte Einrichtungsleiter Peter Lehmann. Dabei sei es eine Herzensangelegenheit gewesen, auch psychisch kranken, wohnungslosen Menschen ein Zuhause zu schaffen. „Wir haben im vergangenen Jahr aufmerksam zugehört, was die Menschen zu sagen haben und was sie brauchen. Daran haben wir uns orientiert.“ Das Ergebnis sei ein Ort, an dem sich die Bewohner einbringen und mitgestalten können. „Zusammen bringen wir ein Leuchten in die Welt.“
Drei Stockwerke in freundlichen Farben bieten Platz für insgesamt 27 Personen und sind jeweils mit Küche, Aufenthaltsraum und sanitären Einrichtungen ausgestattet. Im Dachgeschoss befindet sich die Wohngruppe für sieben Frauen, laut Lehmann ein einmaliges Angebot in Stadt und Landkreis Kaiserslautern. Im Untergeschoss findet sich der Speiseraum. Während Frühstück und Abendbrot in der Regel im Haus selbst zubereitet werden, liefert die Küche des Förderzentrums St. Christophorus die warmen Mahlzeiten. Mehrere Räume sowie der großzügige Innenhof stehen zur Freizeitbeschäftigung zur Verfügung.
Eine fachlich qualifizierte Mitarbeiterschaft sorgt für eine umfassende Betreuung. Zu ihnen gehört die Sozialpädagogin Susanne Jünger. Im Rahmen der Eingliederungshilfe ist sie für derzeit 16 Männer und vier Frauen zuständig. Jede eine eigene Persönlichkeit, mit unterschiedlichen Hobbys und Fähigkeiten. „Wir haben einen Rolling Stones-Fan, einen, dem kein Puzzle zu schwer ist, einen Zeitungsleser, der uns auf dem Laufenden hält und eine Frau, die auf Pink steht“, beschrieb sie das bunte Bild der Bewohner. Mehr als 50 Prozent seien berufstätig, in der Holzwerkstatt von St. Christophorus oder in externen Werkstätten.
Jüngers Kollegin Heike Breitenborn zeichnet verantwortlich für die Resozialisierungsmaßnahmen von sieben Frauen. „Die Zahl wohnungsloser Frauen steigt. Viele schämen sich für ihre Situation, suchen die Schuld bei sich und haben neben ihrem Selbstbewusstsein auch die Perspektive für die Zukunft verloren“, zeigte die Heilerziehungspflegerin auf. Im Marienheim sollen sie einen geschützten Raum finden, in dem sie über heikle Themen reden können, sicher vor Übergriffen sind und individuelle Hilfsangebote bekommen. Beratung, Begleitung, Motivation, Unterstützung, Stärkung des Selbstbewusstseins und Förderung der Ressourcen – all das bräuchten die Frauen, um sich zu stabilisieren, beschreibt Breitenborn ihre Aufgaben.
Unter den Gästen war auch Professor Robert Frietsch von der Hochschule Koblenz. Er war im Rahmen des von ihm durchgeführten Modellprojekts „Lebensorientierung für junge Wohnungslose“ auf das Förderzentrum St. Christophorus aufmerksam geworden. Der Einrichtung bescheinigte er „gute Arbeit auf Augenhöhe, ein effektives Schnittstellenmanagement und vorbildliche Vernetzung.“
Als Vertreter der katholischen Kirche würdigte Dekan Steffen Kühn die Begleitung der Menschen auf dem Weg zur gesellschaftlichen Teilhabe.
So manches Projekt sei ohne die Caritas nicht möglich, sagte Bürgermeisterin Susanne Wimmer-Leonhardt. „Deshalb sind wir froh, weiterhin auf die Zusammenarbeit bauen zu können.“
Im Anschluss segnete Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer, Vorsitzender des Caritasverbandes der Diözese Speyer, die Einrichtung. ps

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