Junge Wildtiere brauchen nun Schutz und Ruhe
Kinderstube Natur

Überlebensstrategie: Junghasen vertrauen voll auf ihre Tarnung.
  • Überlebensstrategie: Junghasen vertrauen voll auf ihre Tarnung.
  • Foto: Rebstock/DJV
  • hochgeladen von Amanda Kollross

Rheinland-Pfalz. Die Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit ist im vollen Gange. Ob im Wald oder auf Wiesen und Felder: Die Natur gleicht einer großen Kinderstube. Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. (LJV) appelliert an Erholungssuchende, auf junge Wildtiere besondere Rücksicht zu nehmen.
Mit dem Frühling erblickt vielerorts der Wildtier-Nachwuchs das Licht der Welt. Ob junge Feldhasen, Frischlinge oder Küken von Bodenbrütern: sie alle brauchen nun Schutz und Ruhe. Elterntiere reagieren während der Aufzuchtzeit empfindlich auf Störungen. Bei extremen Störungen könnten Elterntiere sogar den Nachwuchs verlassen oder die Fütterungsaktivitäten einstellen. Rebhuhnküken sind beispielsweise sehr auf die wärmende Obhut der Rebhuhnhenne angewiesen, denn bei niedrigen Temperaturen ist das alleingelassene Küken lediglich wenige Minuten überlebensfähig. Bei Wildschwein-Müttern ist sogar erhöhte Vorsicht geboten, denn glauben sie ihren Nachwuchs in Gefahr, blasen sie mitunter zum Angriff. Daher appelliert der LJV an alle Naturnutzer, sich rücksichtsvoll zu verhalten – und vor allem während der Morgen- und Abendstunden unbedingt auf den Wegen zu bleiben. Hunde sollten im direkten Einflussbereich des Menschen bleiben. „In jedem Hund steckt noch der Wolf. Wenn der Jagdinstinkt erst geweckt wird, sind auch die besten Manieren schnell vergessen“, sagt LJV-Präsident Kurt Alexander Michael. Auch die Jagd ruht derzeit größtenteils, um Störungen weitestgehend zu vermeiden. Beim Umgang mit aufgefundenem Jungwild ist Umsicht angebracht. Spaziergänger sollten sich zügig und geräuschlos entfernen und das „Findelkind“ keinesfalls anfassen, sondern an der jeweiligen Fundstelle belassen. Gesunde Jungtiere werden erst durch Menschengeruch zu hilflosen Waisen. In aller Regel halten sich die Elterntiere in der Nähe auf und kehren dorthin zurück, sobald sich der Mensch entfernt. Junghasen beispielsweise, die durch ihre Farbe gut getarnt sind und in den ersten Lebenstagen keine Witterung abgeben, werden zum Schutz vor Fressfeinden in der Sasse, einer Bodenmulde, abgelegt. Dort harren sie in typischer Hasenmanier mit angelegten Löffeln reglos aus. Die Häsin sucht ihren Nachwuchs nur zwei- bis dreimal täglich zum Säugen auf. Auch Rehe lassen ihren Nachwuchs zum Schutz die meiste Zeit des Tages allein. Finder sollten im Zweifelsfall einen ortsansässigen Jäger kontaktieren, der den Zustand des Wildtieres genau einschätzen kann. ljv

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