Wie unser Leben nach Corona aussehen könnte
Wird alles so wie früher, Stefan "Hering" Cerin?

Stefan "Hering" Cerin
  • Stefan "Hering" Cerin
  • Foto: Frank Schindelbeck
  • hochgeladen von Cornelia Bauer

Speyer.Was macht Corona mit unserer Gesellschaft? Rücken wir näher zusammen - oder spaltet uns die Pandemie? Ändert sich dauerhaft etwas - oder wird alles wieder so wie früher? Das "Wochenblatt" stellt diese Fragen Speyererinnen und Speyerern aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen und fragt sie nach ihrer Einschätzung. Heute: der Künstler Stefan "Hering" Cerin.

"Viele Türen sind zugegangen, dafür haben sich aber ganz andere geöffnet", sagt Stefan "Hering" Cerin. Der Künstler blickt längst nicht mit so vielen negativen Emotionen auf die Coronakrise, wie man das von jemandem erwarten könnte, der sein Geld damit verdient, vor Publikum aufzutreten. Und dem die Pandemie diese Möglichkeit genommen hat. "Im Rückblick war Corona für mich keine Katastrophe - weder künstlerisch noch finanziell", bilanziert Cerin.

Das hat natürlich auch damit zu tun, dass der Musiker und Unterhaltungskünstler schon immer auf mehr als ein Standbein setzt: Der Schlagzeuger unterrichtet auch, spielt in unterschiedlichen Ensembles und legt als DJ Hering auf. Und oft zielt seine Kunst nicht aufs Massenpublikum, sondern bedient die Nische. "Ich mache viele kleinere Projekte - und ich stehe auch nicht ständig vor Publikum", erklärt Hering. Die Corona-Zeit hat er genutzt, um sich auf sich selbst zu konzentrieren, auf seine Musik und auf seine Familie. Und nachgedacht hat er. Über Kunst und Kommerz.

Kunst erleben - nicht konsumieren

Denn vor der Pandemie sei der Bereich Eventkultur komplett übersättigt gewesen: Man habe etwas Krasses bieten müssen, das sei dann aber - für den Künstler Cerin völlig unbefriedigend - nur als Hintergrund-Beschallung mit konsumiert worden. Dass die Menschen jetzt raus wollen und Gemeinschaft erleben möchten, kann er nachvollziehen. Doch dafür brauche es nicht unbedingt die "Bespaßung" mit Kultur. Da sind ihm seine kleineren Projekte lieber, bei denen die Besucher Kunst auch tatsächlich erleben. 

Weil er zu seinen Auftritten oft weite Strecken zurücklegt, muss er sich von seinen drei Kindern Kritik gefallen lassen. Er fürchtet, dass sich daran auch nach Corona nichts ändern wird: Das Live-Event lasse sich durchs Digitale nun eben mal nicht vollständig ersetzen.  Und wie geht es ansonsten weiter nach der Pandemie? "Das ist wie Klassenfahrt - das lässt sich nicht planen", ist Cerin überzeugt. Zumal er durchaus mit der Möglichkeit rechnet, dass die nächste Pandemie bereits in den Startlöchern steht. Persönlich betroffen macht ihn, dass Corona einen Keil zwischen die Menschen getrieben habe, zum Teil sogar Familien spalte. In Gegner und Befürworter von Corona-Maßnahmen.

Mehr Angst als der Umgang mit dem Coronavirus machen ihm die Demagogen in den sozialen Netzwerken. Wo fehlende Medienkompetenz auf Fake News treffe, die gezielt gestreut würden, um Leute am rechten Rand des politischen Spektrums zu stärken.

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Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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