Buchneuerscheinung: Hans-Helmut Görtz lenkt Blick auf Reichskammergericht
Akribischer Blick in Speyers älteste Kirchenbücher

Autor Dr. Hans-Helmut Görtz bei der Präsentation seines Buches im Bistumsarchiv in Speyer. Auf dem Tisch die beiden Original-Kirchenbücher, die er für seine Studie ausgewertet hat, sowie sein Buch aus dem Jahr 2015.
  • Autor Dr. Hans-Helmut Görtz bei der Präsentation seines Buches im Bistumsarchiv in Speyer. Auf dem Tisch die beiden Original-Kirchenbücher, die er für seine Studie ausgewertet hat, sowie sein Buch aus dem Jahr 2015.
  • Foto: Bistum Speyer
  • hochgeladen von Amanda Kollross

Speyer.Die ältesten Speyerer Kirchenbücher sind die Grundlage einer historischen Neuerscheinung: Der Freinsheimer Regionalhistoriker Dr. Hans-Helmut Görtz hat die Matrikelbücher der katholischen Pfarreien St. German und St. Moritz sowie St. Peter akribisch ausgewertet.
In seiner rund 900 Seiten starken Publikation stellt Görtz Personal des bis 1689 in Speyer tagenden Reichskammergerichts vor, und zwar den katholischen Teil, der nach der Reformation einen nicht unerheblichen Teil der katholischen Bevölkerung in der überwiegend lutherischen Reichsstadt ausmachte. Ein weiterer Schwerpunkt ist das geistliche und weltliche Personal des Fürstbischofs von Speyer. Görtz gibt Einblicke in die katholische Speyerer Kirchenlandschaft, die von vier Stiften, zahlreichen Männer- und Frauenklöstern sowie fünf Pfarrkirchen geprägt war, wie auch in die Verwaltung des Fürstbistums Speyer. Die ausgewerteten Bücher aus den Jahren 1579 bis 1689 lenken den Blick auf eine Zeit, deren Überlieferung nicht zuletzt aufgrund der Kriege des 17. Jahrhunderts in starkem Maß verloren gegangen ist. Abgerundet wird die Darstellung durch zahlreiche Abbildungen: Gemälde, Wappen, Siegel und Signaturen liefern Zusatzinformationen über die behandelten Frauen und Männer. Bereits der erste Eintrag im Taufbuch von St. German und St. Moritz verweist auf bedeutende Persönlichkeiten: Getauft wurde am 6. September 1579 Catharina Vomelius, Spross einer aus den Niederlanden stammenden Juristenfamilie. Görtz widmet der Familie in seiner Einführung ein eigenes Kapitel, da sie über sechs Generationen Gelehrte hervorbrachte, die Ämter am Reichskammergericht bekleideten. Als Pate fungierte Philipp Simonis, Historiker, Theologe und Domsekretär sowie Verfasser der 1608 erschienenen Bischofschronik „Historische Beschreibung Aller Bischoffen zu Speyr“.  Mit der Transkription und Bearbeitung der beiden katholischen Kirchenbücher knüpft Görtz an seine Veröffentlichung aus dem Jahre 2015 an, in der es um das Reichskammergerichtspersonal und andere Personen in den lutherischen Taufbüchern von Predigerkirche und St. Georgen geht. Mit den beiden Büchern hat der Verfasser sowohl im Hinblick auf die Erforschung des Reichskammergerichts als auch für die Stadt- und regionale Kirchengeschichte einen wichtigen Beitrag geleistet. Ermöglicht wurde die jetzt erschienene Publikation dank finanzieller Unterstützung des Historischen Vereins der Pfalz (Bezirksgruppe Speyer), der Kulturstiftung Speyer, des Bistumsarchivs Speyer sowie des Kulturellen Erbes - Stadtarchiv Speyer. 

Buchtipp

Hans-Helmut Görtz, Reichskammergerichtspersonal und andere Personen in den Matrikelbüchern von St. German und St. Peter zu Speyer 1579-1689 (= Beiträge zur Speyerer Stadtgeschichte 14), Verlag Regionalkultur Ubstadt-Weiher 2018, ISBN 978-3-95505-031-3, 79 Euro

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