Löwen-Legende verabschiedet.
Rhein-Neckar Löwen gewinnen letztes Heimspiel
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Löwen feiern Herzschlag-Sieg gegen Hannover – Emotionaler Abschied für Patrick Groetzki
Rhein-Neckar Löwen gewinnen letztes Heimspiel der Saison mit 29:28 gegen die TSV Hannover-Burgdorf
Es war ein Abend voller Emotionen, großer Handballmomente und bewegender Abschiede. Die Rhein-Neckar Löwen haben ihr letztes Heimspiel der Saison in der SAP Arena mit 29:28 (15:13) gegen die TSV Hannover-Burgdorf gewonnen. Vor 7.824 Zuschauern entwickelte sich eine packende Begegnung, die erst in den letzten Sekunden entschieden wurde. Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur der knappe Erfolg der Gastgeber, sondern vor allem die Verabschiedung von Vereinslegende Patrick Groetzki, der sein letztes Heimspiel in der Handball-Bundesliga bestritt.
Bereits vor dem Anpfiff war die besondere Atmosphäre in der Arena deutlich spürbar. Nach mehr als anderthalb Jahrzehnten im Trikot der Löwen lief Patrick Groetzki ein letztes Mal vor heimischem Publikum auf. Der Kapitän, Publikumsliebling und Rekordspieler der Badener wurde von den Fans mit stehenden Ovationen empfangen. Entsprechend emotional blickte auch Trainer Maik Machulla auf die Partie: „Wir wollen unser letztes Heimspiel gewinnen und unseren Fans noch einmal etwas zurückgeben.“
Doch die Gäste aus Hannover hatten nicht vor, bei diesem besonderen Anlass die Rolle des Statisten zu übernehmen. Die „Recken“ reisten mit viel Selbstvertrauen nach Mannheim und wollten ihrerseits wichtige Punkte mitnehmen. Zudem standen mit Marius Steinhauser und Sebastian Heymann zwei Spieler besonders im Fokus, die im Sommer die Vereinsfarben wechseln werden. Steinhauser kehrt zu den Löwen zurück, während Heymann künftig für Hannover auf Torejagd geht.
Die Gastgeber erwischten den besseren Start. Dani Baijens erzielte den ersten Treffer der Partie, ehe Jannik Kohlbacher früh seine starke Form unter Beweis stellte. Der Nationalspieler am Kreis war in der ersten Halbzeit kaum zu stoppen und traf allein bis zur Pause siebenmal. Nach wenigen Minuten führten die Löwen mit 2:0, doch Hannover ließ sich nicht abschütteln.
Angeführt von Renars Uščins und dem treffsicheren Emil Pedersen blieben die Niedersachsen stets in Schlagdistanz. Die Löwen überzeugten zwar mit einer konzentrierten Defensivleistung, in der insbesondere Steven Plucnar und Sebastian Heymann wichtige Akzente setzten, dennoch gelang es nicht, sich entscheidend abzusetzen. Immer wieder fand Hannover Antworten auf die Angriffe der Gastgeber.
Als Kohlbacher in der 18. Minute zum 9:7 traf, schien sich erstmals ein kleiner Vorteil für die Löwen anzubahnen. Doch die Gäste glichen wenig später wieder zum 9:9 aus. In der Schlussphase des ersten Durchgangs legten die Hausherren noch einmal zu. Dank einer konzentrierten Leistung und weiterer Treffer von Kohlbacher gingen die Löwen schließlich mit einer verdienten 15:13-Führung in die Kabine.
Nach dem Seitenwechsel setzte die Mannschaft von Maik Machulla zunächst die Akzente. Hannover verlor direkt den ersten Angriff durch Zeitspiel, und Haukur Thrastarson erhöhte auf 16:13. Erstmals lagen die Löwen damit mit drei Treffern vorne. Der Isländer entwickelte sich in der zweiten Halbzeit zur prägenden Figur des Spiels. Immer wieder übernahm er Verantwortung und verwandelte seine Chancen eiskalt.
Doch Hannover blieb gefährlich. Immer wieder verkürzten die Gäste den Rückstand, doch die Löwen fanden die passenden Antworten. Besonders David Späth im Tor zeigte mehrere wichtige Paraden. Als er Mitte der zweiten Hälfte einen Wurf von Marius Steinhauser entschärfte und Thrastarson im Gegenzug per Siebenmeter zum 20:17 traf, tobte die SAP Arena.
Ein ganz besonderer Moment folgte in der 42. Minute. Patrick Groetzki erzielte sein 1.655. Bundesligator und erhöhte auf 22:19. Sofort erhoben sich die Zuschauer von ihren Sitzen und feierten ihren Kapitän mit lautstarken Sprechchören. Die Emotionen waren greifbar. Die Löwen nutzten die Euphorie und bauten ihren Vorsprung kurzzeitig auf vier Tore aus. Haukur Thrastarson traf ins verwaiste Hannoveraner Tor zum 23:19.
Auch Torhüter Mike Jensen sorgte in dieser Phase für wichtige Akzente. Der Däne parierte einen Siebenmeter von Pedersen und vereitelte anschließend weitere gute Möglichkeiten der Gäste. Dennoch weigerte sich Hannover, die Partie verloren zu geben. Die Mannschaft von Trainer Juan Carlos Pastor kämpfte sich zurück und machte die Begegnung in den Schlussminuten noch einmal zu einer echten Nervenschlacht.
Die Löwen verteidigten ihren knappen Vorsprung mit großem Einsatz. David Móré steuerte zwei wichtige Treffer bei, Edwin Aspenbäck sorgte kurz vor Schluss mit seinem Tor für Erleichterung auf den Rängen. Dennoch blieb die Partie bis zur letzten Sekunde offen.
Als die Schlusssirene ertönte, hielt die gesamte Arena den Atem an. Hannover reklamierte noch eine letzte Möglichkeit auf den Ausgleich. Die Schiedsrichter überprüften die Situation, entschieden jedoch auf indirekten Freiwurf. Das Löwen-Bollwerk hielt stand – der 29:28-Erfolg war perfekt.
Mit dem Abpfiff rückte das sportliche Geschehen für einen Moment in den Hintergrund. Die Zuschauer feierten ihre Mannschaft minutenlang und bereiteten insbesondere Patrick Groetzki einen bewegenden Abschied. Lachen, Tränen und zahlreiche Umarmungen prägten die Szenen auf dem Spielfeld. Gemeinsam mit weiteren Spielern, die den Verein zum Saisonende verlassen werden, wurde die Löwen-Legende verabschiedet.
Sportlich war der Sieg ein gelungener Abschluss der Heimspielsaison. Emotional war es jedoch weit mehr als das. Es war ein Abend, der allen Beteiligten lange in Erinnerung bleiben wird. Die Rhein-Neckar Löwen verabschiedeten sich mit einem dramatischen Erfolg von ihrem Publikum – und ihre Fans verabschiedeten einen ihrer größten Spieler mit einer würdigen und herzlichen Hommage.
Für die Löwen trafen Haukur Thrastarson elfmal, davon sechs Treffer vom Siebenmeterpunkt. Jannik Kohlbacher steuerte acht Tore bei, Edwin Aspenbäck war fünfmal erfolgreich. Bei Hannover überzeugte vor allem Emil Pedersen mit elf Treffern.
Der letzte Heimauftritt der Saison bot alles, was den Handball so besonders macht: Spannung, Leidenschaft, große Emotionen und einen würdigen Abschied für eine Vereinsikone. Patrick Groetzki verließ die SAP Arena als Spieler – die Herzen der Löwen-Fans wird er jedoch für immer begleiten.
Autor:Wolfgang Neuberth aus Mannheim |
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