Selbsthilfegruppe Trauma Empowerment
- Selbsthilfe Symbolbild
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Mannheim. "Unsere Erfahrungen und wie wir damit umgehen, machen uns zu dem was wir sind." Ein untrennbarer Teil unserer Geschichte ist tabuisierte Gewalt: physische und seelische - meist innerhalb des Familiensystems. Missbrauch, Inzest, Folter. Bleibendes Trauma. Und vor allem die daraus resultierende Erfahrung sozialer Isolation und kollektiven Totschweigens in der Gesellschaft. Langjährige, prägende Erfahrungen, über die man heutzutage zu schweigen hat, obwohl sie vermutlich gut ein Fünftel der Bevölkerung in wesentlichem Maße verinnerlicht- die meisten davon im sozialen und familiären Nahumfeld- und darüber schweigt.
Es ist für uns auch nach gründlicher Aufarbeitung und Integration der eigenen traumatischen Geschichte eine tägliche Begegnung mit einer Kultur der Desinformation und des Totschweigens. Unsere Geschichte, die uns nicht nur belastet, sondern prägt und uns oft auf anderen Wegen aufblühen lässt, wird nicht gewürdigt als wichtiger Teil von uns, den wir brauchen um uns vollständig zu fühlen.
Es gehört heutzutage zum guten Ton diesen Teil seiner Prägung als dunklen Fleck zu behandeln, und im öffentlichen Leben zu verbergen. Was leider viele Betroffene in ihrem Selbstkonzept verinnerlichen: ''Ich will doch niemanden mit meiner Krankheit stören''. Doch wir sind bei weitem nicht so krank. Traumatische Prägung ist auch Kultur, auch Weltanschauung, auch biographische Identität. Ja, gerade im Kontext der heutigen Totschweige-Gesellschaft.
Die Gruppe ist für alle traumatisch geprägten Menschen, die ihr Trauma bereits ausreichend aufgearbeitet und ergründet haben, um mehr oder weniger sagen zu können: ''Das ist ein integraler Bestandteil meiner Selbst''. Und die für ihr Existenzrecht im öffentlichen Leben eintreten wollen.
Die Gruppe bietet in erster Linie Erfahrungsaustausch auf Augenhöhe und besteht nur aus Selbstbetroffenen, wobei jeder seine eigene Verantwortung trägt. Auch wenn Selbstfürsprache, Aktivismus oder rechtliche Aspekte angesprochen werden, sind diese nicht verbindlich oder verpflichtend. Es ist auch jeder willkommen, der einfach nur über das Thema reden möchte. Verstandenwerden ist das Gegengift.
Information und Anmeldung: Gesundheitstreffpunkt Mannheim, telefonisch unter: 0621 3391818 oder im Internet unter: www.gesundheitstreffpunkt-mannheim.de red
Autor:Kristin Hätterich aus Mannheim |
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