Bodycams mit Ton im Regionalzug: DB Regio startet Test in Rhein-Neckar-Pfalz
- DB Regio testet ab Donnerstag, 1. Oktober, in der Region Rhein-Neckar-Pfalz Bodycams mit Tonaufzeichnung. Hintergrund sind deutlich gestiegene Übergriffe auf Zugbegleiter und anderes Zugpersonal.
- Foto: Deutsche Bahn AG / Oliver Lang
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Mannheim. Fahrgäste und Beschäftigte im Regionalverkehr sollen in der Region Rhein-Neckar-Pfalz künftig besser geschützt werden. Die DB Regio will ab Donnerstag, 1. Oktober, in einem Pilotprojekt Bodycams mit Tonaufzeichnung testen.
Wie die Deutsche Bahn mitteilt, ist der Hintergrund ein deutlicher Anstieg der Übergriffe auf Mitarbeitende. Im ersten Halbjahr kam es nach Unternehmensangaben zu 989 Übergriffen auf Beschäftigte der DB Regio. Erfasst wurden 781 Fälle einfacher Körperverletzung wie Schubsen, Greifen oder Bespucken, 185 versuchte Körperverletzungen und 22 schwere Körperverletzungen.
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger sprach von erschütternden Zahlen. Sicherheit im Zug sei eine Grundvoraussetzung für einen funktionierenden öffentlichen Verkehr. DB-Regio-Chef Harmen van Zijderveld erklärte, die Tonaufzeichnung solle in Konfliktsituationen deeskalieren und zugleich helfen, Straftaten besser nachzuverfolgen.
Test startet in der Region Rhein-Neckar-Pfalz
Im ersten Schritt soll die Tonaufzeichnung spätestens ab Donnerstag, 1. Oktober, für zwei Monate in der Region Rhein-Neckar-Pfalz erprobt werden. Danach ist eine schrittweise bundesweite Einführung geplant. In den Prozess ist laut Bahn auch der Hessische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit eingebunden.
Welche Maßnahmen die Bahn zusätzlich nennt
Neben den Bodycams setzt DB Regio nach eigenen Angaben auf weitere Sicherheitsbausteine:
- Begleitungen von Kundenbetreuern durch zusätzlich geschultes Personal
- Doppelbesetzungen im Kundenservice
- Prüfgruppen, die Züge gemeinsam kontrollieren
- Stichfeste Westen für Kundenbetreuer sowie Helme für Unterstützungsgruppen
- Vernetzung von Bodycam und Prio-Ruf als Alarmsystem am Armband
- Prüfung des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz
Aus Sicht von Fahrgästen ändert sich im Alltag zunächst vor allem eines. Die Bahn will die Präsenz und Absicherung des Personals in kritischen Situationen erhöhen. Ziel ist, Züge als sichere Orte für Beschäftigte und Reisende zu stärken.
Besondere Aufmerksamkeit hatte zu Jahresbeginn der Tod von Serkan Çalar ausgelöst. Die Bahn verweist zudem auf eine gemeinsam mit der Bundesregierung gestartete Respekt-Kampagne.
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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