Rekord bei Jugendfeuerwehr in Mannheim: Warum immer mehr Kinder mitmachen
- Ilias (links) und Annabella, Mitglieder der Jugendfeuerwehr in Mannheim, halten bei einer Übung einen Feuerwehrschlauch in den Händen.
- Foto: Uwe Anspach/dpa
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Mannheim. Immer mehr Kinder und Jugendliche engagieren sich bei der Jugendfeuerwehr. Auch in Mannheim zeigt sich der Trend deutlich. Bundesweit erreichen die Mitgliederzahlen inzwischen einen neuen Höchststand.
Nach Angaben der Deutschen Jugendfeuerwehr waren im Jahr 2025 insgesamt 380441 Kinder und Jugendliche aktiv. Das sind rund 42 Prozent mehr als fünf Jahre zuvor. In Baden Württemberg engagierten sich zuletzt 40136 junge Menschen in den Jugendfeuerwehren. Auch das ist ein Rekord.
Bei Übungen lernen die Jugendlichen früh, wie Löschen und Retten funktioniert. Der 14 Jahre alte Ilias Jakypbek aus Mannheim beschreibt das so. „Feuerlöschen ist absolut das Coolste. So einen Schlauch in der Hand zu halten und zu sehen, wie viel Wasser da rauskommt. Das ist schon mega.“
Kindergruppen bringen besonders viele neue Mitglieder
Ein wichtiger Grund für den starken Zuwachs sind neue Angebote für jüngere Kinder. Viele Feuerwehren haben in den vergangenen Jahren eigene Kindergruppen aufgebaut. Sie richten sich oft schon an Sechsjährige. Der Übergang in die Jugendfeuerwehr erfolgt meist zwischen zehn und zwölf Jahren.
Die Wirkung zeigt sich deutlich in den Zahlen. Die Kindergruppen haben ihre Mitgliederzahl innerhalb von fünf Jahren fast vervierfacht. Zuletzt waren dort 105687 Kinder aktiv.
Vertrauen und klare Aufgaben sprechen viele Familien an
Die Jugendforscherin Wibke Riekmann von der Hochschule Hannover sieht mehrere Gründe für die wachsende Beliebtheit. Feuerwehren seien in vielen Orten sehr präsent. Feste, Übungen und die Feuerwache selbst sorgten dafür, dass Kinder früh mit der Organisation in Kontakt kommen.
Zudem sei das Angebot klar. Kinder lernen Technik, Teamarbeit sowie den Umgang mit Löschen und Retten. Gleichzeitig genieße die Jugendfeuerwehr ein großes Vertrauen bei Familien und erreiche Menschen aus ganz unterschiedlichen sozialen Gruppen.
Freizeitangebote bleiben vergleichsweise günstig
Auch die Kosten spielen eine Rolle. Laut Bundesjugendleiter Christian Patzelt achten viele Feuerwehren darauf, Aktivitäten bezahlbar zu halten. Zeltlager mit Vollverpflegung kosten teilweise weniger als 100 Euro pro Woche.
In Mannheim ist auch das regelmäßige Training kostenlos. Die Feuerwehr stellt Uniform und Ausrüstung. Die Stadt unterstützt die Jugendarbeit zusätzlich mit Zuschüssen.
Mehr Mädchen entscheiden sich für die Jugendfeuerwehr
Ein weiterer Faktor ist die stärkere Öffnung für Mädchen. Während Feuerwehr lange als Männerdomäne galt, hat sich das Bild verändert. Bundesweit liegt der Anteil von Mädchen inzwischen bei rund 33 Prozent. In Baden Württemberg beträgt er etwa 23 Prozent.
Für viele Jugendliche bleibt das Engagement langfristig interessant. Auch Ilias aus Mannheim kann sich vorstellen, später bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv zu bleiben. Sein Rat an andere Kinder lautet. „Einfach mal ausprobieren.“ dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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