187 Verstöße registriert und geahndet
E-Scooter-Kontrollwoche von Stadt und Polizei in Mannheim

Laut Polizei wurden Fußgängerzonen 113 Mal unbefugt befahren. Auffällig seien hier die großen Unterschiede zwischen Mannheim (106 Verstöße) und Heidelberg (7 Verstöße).
  • Laut Polizei wurden Fußgängerzonen 113 Mal unbefugt befahren. Auffällig seien hier die großen Unterschiede zwischen Mannheim (106 Verstöße) und Heidelberg (7 Verstöße).
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Von Christian Gaier

Mannheim. Seit Juni sind die Elektro-Tretroller (E-Scooter) für den Straßenverkehr zugelassen – undsind in kürzester Zeit zum Aufreger
geworden. Auch in Mannheim erfreuen sich die Leih-E-Tretroller großer
Beliebtheit. Da viele Rollerfahrer die Verkehrsregeln missachten
und es auch schon zu Unfällen kam, haben die Städte Heidelberg und
Mannheimsowie das Polizeipräsidium
Mannheim eine gemeinsame E-Scooter-Kontrollwoche ausgerufen.

Es ist 13.30 Uhr und die für denAugust typische drückende Hitze hat auch den Paradeplatz fest im Griff. Die Luft steht, da könnte Fahrtwind
für willkommene Abkühlung sorgen. Das sagte sich wahrscheinlich
auch eine junge Frau, die und ohne Helm auf ihrem E-Scooter
an der Straßenbahnhaltestelle
am Kaufhof vorbeidüst. Dort
allerdings ist erst einmal Endstation, denn sie fährt direkt in eine Polizeikontrolle.
Zwei Polizeibeamte und zwei Beamte des Kommunalen
Ordnungsdienstes nehmen sie in
Empfang. 

„Wissen Sie, warum wir Sie anhalten“,fragt der Polizeibeamte.
„Nein, eigentlich nicht“, bekennt
die 24-Jährige. Ob sie denn die Nutzungsbedingungen
des Verleihers
nicht gelesen habe. Nein, natürlich
nicht. Hätte sie es getan, hätte sie gewusst, dass Fahren durch die
Fußgängerzone verboten ist. Deshalb
wird für die Binnenschifferin ein Bußgeld in Höhe von 15 Euro
fällig, das sie auch gleich bezahlt.
Ob sie zum ersten mal E-Scooter gefahren sei? „Ja, aber auch zum
letzten Mal“, antwortet sie gefrustet.

Solche Begegnungen und Gesprächesind bei den Kontrollen in Mannheim und Heidelberg die Regel.
Viele Nutzer, die der Polizei ins

Netz gegen, wissen nicht, was siedürfen und was nicht – oder geben
vor, es nicht zu wissen. In den zurückliegenden Tagen stellten die Verkehrsüberwachungsdienste Heidelberg und Mannheim, die Einsatzzüge Heidelberg und Mannheim, sowie die Polizeireviere Heidelberg-Mitte, Heidelberg-Nord, Mannheim-Innenstadt, Mannheim-Oststadt und Mannheim-Neckarstadt 233 Verstöße fest; 187 in Mannheim; 46 in Heidelberg.

So wurde unter anderem die Fußgängerzone 113-mal unbefugt befahren. Auffällig sind hier die großen Unterschiede zwischen Mannheim (106 Verstöße) und Heidelberg (7 Verstöße). In 37 Fällen waren zwei Personen auf einem E-Scooter unterwegs, 17 Lenker waren als "Geisterfahrer" entgegen der erlaubten Fahrtrichtung unterwegs, 44-mal wurde der Gehweg unerlaubt befahren, fünf Personen telefonierten während der Fahrt und vier Fahrer waren betrunken unterwegs. Parallel zur Polizei waren auch die städtischen Ordnungsdienste unterwegs, um Verstöße festzustellen.

Zwei, drei Wochen Schonzeithabe man den E-Scooter-Nutzern
gegeben, schildert Michael Klump, Pressesprecher der Polizei, damit

sei es nun aber vorbei. „Viele Beschwerdenvon Bürgern“ habe es
laut Klaus Eberle, Fachbereichsleiter für Sicherheit und Ordnung bei

der Stadt Mannheim, gegeben. Darunterwaren auch nicht wenige Anrufer gegeben, die regelrecht Angst
vor dem neuen Fahrzeug haben.
Bei dieser Kontrolle auf Planken
und Kapuzinerplanken sind allerdings
lange Zeit kaum E-Scooterfahrer
zu sehen. „Es hat wohl sich
herumgesprochen, dass wir diese
Kontrollen machen“, mutmaßt Michael Klump. 

Auf den Kapuzinerplanken erwischendie Beamten dann aber doch
eine weitere Verkehrssünderin. Die
Studentin aus China, die unerlaubterweise mit
ihrem E-Roller die Fußgängerzone
befährt, ist überrascht,
dass die Beamten sie zu sich winken
und will erst weiterfahren. Aber
sie zeigt sich einsichtig, und zahlt
das Bußgeld in Höhe von 15 Euro
klaglos. Das Geld muss sie aber
vom nächstgelegenen Geldautomaten
abheben – auf diesem Weg
wird sie von den beiden Mitarbeitern
des Kommunalen Ordnungsdienstes
begleitet. Sicher ist sicher.

Zum Ende der  E-Scooter-Kontrollwoche zieht die Polizei eine positive Bilanz. Die Beamten sind zuversichtlich, dass die Aktion Wirkung gezeigt hat und es zukünftig zu weniger Verstößen kommen wird. Dennoch werde die Polizei auch zukünftig ihr Augenmerk auf die E-Scooter richten, um weiterhin ein Höchstmaß an Sicherheit im Straßenverkehr zu gewährleisten.

Autor:

Christian Gaier aus Mannheim

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