Zwischen Prozess, Linien und Abstraktion
Illia Siutkin. Bilder
- Illia Siutkin, Sans Titre 1, 2025, Acryl und Acryltusche auf Leinwand, 120 x 120 cm
- Foto: Galerie Peter Zimmermann
- hochgeladen von Peter Zimmermann
Zwischen Explosion und Wachstum entfaltet sich aus einem dichten Zentrum heraus ein fragiles, pulsierendes Geflecht aus Linien und Tuschespuren, das den Bildraum durchzieht.
Mit Illia Siutkin präsentiert die Galerie einen jungen ukrainischen Künstler, der in dieser Ausstellung Arbeiten zeigt, die mit Acryltusche auf Leinwand entstehen und überwiegend in Schwarz-Weiß gehalten sind.
Siutkin arbeitet prozesshaft und nutzt neben dem Pinsel auch Nadeln, Pipetten und weitere unkonventionelle Werkzeuge. Die Acryltusche wird mit Wasser verdünnt und in ihrer Beschaffenheit variiert, sodass sich Fluss, Transparenz und Dichte gezielt steuern lassen. Durch die Anhäufung unzähliger Linien, die fortlaufend neu gezogen, überarbeitet und überschrieben werden, entwickeln sich die Bilder als sichtbare Spuren von Zeit, Druck und Energie.
In der Betonung von Geste, Material und offenem Arbeitsprozess stehen die Arbeiten in einem losen Dialog mit der informellen Malerei. Die Bildflächen entstehen aus der Handlung heraus, nicht aus einer vorgegebenen Komposition. Spannungen zwischen Verdichtung und Auflösung sowie zwischen Bewegung und Ruhe prägen das Erscheinungsbild der Werke.
Siutkin verzichtet bewusst auf Titel, um die Begegnung mit den Arbeiten offen zu halten. Zwischen Assoziation und Abstraktion eingeladen, erschließt sich Bedeutung hier weniger durch Erklärung als durch konzentriertes, längeres Sehen.
Die Ausstellung zeigt eine konzentrierte Auswahl aktueller Arbeiten und gibt Einblick in eine junge künstlerische Position, die sich über Prozess, Linie und Material definiert.
Autor:Peter Zimmermann aus Mannheim |
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