Waldhof: Wienand nach Böller-Eklat nicht spielfähig - Täter ermittelt
- Essens Trainer Uwe Koschinat konnte sich über den 1:0-Sieg kaum freuen (Archivbild).
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Stadion an der Hafenstraße. Nach dem Böllerwurf beim Drittligaspiel von Rot-Weiss Essen gegen den SV Waldhof Mannheim ermittelt die Polizei wegen gefährlicher Körperverletzung. Für den Essener Torhüter Felix Wienand hat der Vorfall direkte sportliche Folgen: Er ist vorerst nicht spielfähig und fällt im Spielbetrieb aus.
Der Verein teilte am Donnerstag, 5. März, mit, Wienand sei «aufgrund eines Knalltraumas, einhergehend mit einem deutlichen Hörverlust, nicht spielfähig». Der Torwart wurde nach der Partie am Mittwochabend ins Krankenhaus gebracht und am Donnerstagmorgen von einem Hals-Nasen-Ohren-Spezialisten untersucht. Er bleibt in ärztlicher Betreuung und kann derzeit weder trainieren noch spielen.
Böller-Eklat legt Fokus auf Sicherheitsrisiko im Stadion
«Ein Einsatz am Samstag in der Partie bei der TSG Hoffenheim II ist ausgeschlossen», erklärte Rot-Weiss Essen. Nach «intensiver Abwägung» verzichtete der Club darauf, Protest gegen die Spielwertung einzulegen. Essen hatte die Begegnung trotz der langen Unterbrechung mit 1:0 gewonnen.
Wienand war in der 53. Minute vor dem Mannheimer Fanblock nach einem lauten Knall zu Boden gegangen, hielt sich die Ohren und wurde anschließend benommen in die Kabine geführt. «Ihm geht es wirklich nicht gut», sagte Trainer Uwe Koschinat nach dem Spiel.
Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung
Die Polizei identifizierte einen 50 Jahre alten Deutschen aus Ludwigshafen am Rhein als Tatverdächtigen. Er wurde erkennungsdienstlich behandelt und nach Abschluss der Maßnahmen entlassen. Gegen ihn laufen Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung und Herbeiführung einer Sprengstoff-Explosion.
Auch der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bunds leitete nach dem Sonderbericht des Schiedsrichters ein Ermittlungsverfahren ein und forderte den SV Waldhof Mannheim zur Stellungnahme auf.
Waldhof Mannheim verurteilt Vorfall und prüft Konsequenzen
Der SV Waldhof erklärte, «Böller-Detonationen haben im Fußballstadion keinen Platz», und wünschte Wienand eine «gute und schnelle Genesung». Während der Partie habe es mehrere Vorkommnisse mit Pyrotechnik und Detonationen gegeben, die Spieler beider Mannschaften hätten «über die gesamte Spielzeit unter dem ständigen Einfluss jener Aktionen» gestanden.
Bei dem Vorfall habe es sich um «eine einzige Böllerzündung in der letzten Reihe der Gästetribüne» gehandelt. Unabhängig davon verurteile der Club «jede Form von unsachgemäßem Umgang mit Pyrotechnik und insbesondere Böllern ausdrücklich». Die Geschehnisse sollen gemeinsam mit Behörden und Veranstalter weiter aufgearbeitet werden. dpa
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |