Kriminalitätsrate in Mannheim am höchsten im Land
- Die Stadt Mannheim hat die höchste Kriminalitätsrate im Land - die Verwaltung verweist unter anderem auf den Bahnhof als Problembereich. (Archivbild)
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Mannheim. In keiner anderen Stadt in Baden Württemberg wurden zuletzt so viele Straftaten pro Einwohner registriert wie in Mannheim. Das geht aus dem aktuellen Sicherheitsbericht des Innenministeriums hervor.
Im Jahr wurden umgerechnet 9.498 Straftaten pro 100.000 Einwohner erfasst. Damit liegt Mannheim deutlich über dem Landesdurchschnitt und löst den langjährigen Spitzenreiter Freiburg ab. Freiburg kommt auf 9.263 registrierte Straftaten pro 100.000 Einwohner.
Insgesamt registrierte das Polizeipräsidium Mannheim 30.207 Straftaten. Das sind rund 1,6 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Ausländerrechtliche Verstöße wie illegale Einreisen sind in dieser Statistik nicht enthalten.
Diese Straftaten kommen besonders häufig vor
Ein großer Teil der registrierten Delikte betrifft vergleichsweise niedrigschwellige Straftaten. Besonders häufig wurde das Erschleichen von Leistungen erfasst. Dazu zählt vor allem Schwarzfahren.
- Erschleichen von Leistungen. 3.073 Fälle
- Ladendiebstahl. 2.873 Fälle
- Sachbeschädigung. 2.452 Fälle
Das Schwarzfahren ging allerdings deutlich zurück. Die Polizei registrierte fast 30 Prozent weniger Fälle als im Jahr zuvor. Ladendiebstähle und Sachbeschädigungen nahmen dagegen leicht zu.
Warum die Kriminalitätsrate in Mannheim hoch ist
Nach Einschätzung der Polizei spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Städte weisen generell eine höhere Kriminalitätsbelastung auf als ländliche Regionen. Zudem gilt Mannheim als wichtiger Verkehrsknoten.
Die Stadt liegt an den Autobahnen A5 und A6 und besitzt einen der wichtigsten Bahnhöfe im Südwesten. Von dort bestehen ICE Verbindungen unter anderem nach München, Zürich, Hamburg, Paris und Amsterdam. Die gute Erreichbarkeit mache die Stadt auch für überregional agierende Tätergruppen interessant.
Hinzu kommen soziale Faktoren. Laut Paritätischem Wohlfahrtsverband lag die Armutsquote in der Region Rhein Neckar im Jahr 2024 bei 15,2 Prozent und damit höher als in anderen Teilen Baden Württembergs. In einigen Mannheimer Stadtteilen leben nach Angaben des Diakonischen Werks mehr als 40 Prozent der Kinder in Armut.
Bahnhof spielt wichtige Rolle
Nach Angaben der Stadt konzentriert sich ein Teil der Kriminalität im Bereich des Mannheimer Hauptbahnhofs. Der Bahnhof gilt als der meistfrequentierte Bahnknoten in Baden Württemberg. Entsprechend hoch ist die Zahl der Menschen, die sich dort täglich aufhalten.
Für den Bahnhof ist die Bundespolizei zuständig. In ihrem Zuständigkeitsbereich wurden 2.937 Straftaten registriert. Auch diese Zahlen fließen in den Sicherheitsbericht ein.
Was Stadt und Polizei dagegen tun
Mannheim setzt seit mehreren Jahren auf technische und ordnungspolitische Maßnahmen. Dazu gehört ein sogenannter intelligenter Videoschutz mit KI gestützter Auswertung von Kamerabildern im öffentlichen Raum.
Zudem wurde Ende des Jahres 2023 in Teilen der Innenstadt eine Waffen und Messerverbotszone eingerichtet. Sie soll Gewaltdelikte im öffentlichen Raum reduzieren.
Trotz der hohen Kriminalitätsrate fühlen sich viele Menschen in der Stadt nach eigenen Angaben sicher. Bei einer Sicherheitsbefragung im Jahr 2024 erklärten fast 80 Prozent der Teilnehmenden, sie fühlten sich in ihrem Stadtteil sehr oder ziemlich sicher. Rund 22 Prozent gaben an, sich eher unsicher zu fühlen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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