Vermeidung von Ausbildungsabbrüchen wichtiger denn je
Anstieg der Arbeitslosigkeit verlangsamt

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind auch auf dem Ausbildungsmarkt deutlich zu spüren.
  • Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind auch auf dem Ausbildungsmarkt deutlich zu spüren.
  • Foto: Steve Buissinne/Pixabay
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Rheinland-Pfalz. Im August ist die Arbeitslosigkeit infolge der Auswirkungen der Corona-Pandemie in Rheinland-Pfalz nur leicht angestiegen. Im August waren in Rheinland-Pfalz 129.645 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 863 mehr als im Juli und 30.061 mehr als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote blieb gegenüber dem Vormonat unverändert bei 5,7 Prozent. Im August des Vorjahres lag sie bei 4,4 Prozent.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind nicht nur auf dem Arbeits-, sondern auch auf dem Ausbildungsmarkt deutlich zu spüren. Im Hinblick auf den Beginn des Ausbildungsjahres erklärte Ministerpräsidentin Malu Dreyer: „Ausbildung steht pandemiebedingt derzeit unter erschwerten Voraussetzungen. Zum Beispiel konnte die für die Jugendlichen wichtige Berufsorientierung nur eingeschränkt stattfinden. Viele Ausbildungsbetriebe mussten zudem Kurzarbeit anmelden oder stehen vor einer wirtschaftlich unsicheren Zukunft. Daher ist es wichtig, die Auszubildenden und ihre persönliche sowie die betriebliche Situation in den Blick zu nehmen, bei Bedarf zu unterstützen und eine erfolgreiche Ausbildung zu gewährleisten.“
Arbeitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler wies in diesem Zusammenhang auf den erfolgreichen aus Mitteln des Landes und des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanzierten Förderansatz „Vermeidung von Ausbildungsabbrüchen“ hin. Dieser zielt darauf ab, durch eine individuelle und bedarfsorientierte Ausbildungsbetreuung die Zahl von Ausbildungsabbrüchen zu senken und die Zahl erfolgreich abgeschlossener Ausbildungen zu erhöhen. Der Förderansatz richtet sich an Jugendliche, die sich zwar in einer Ausbildung oder Einstiegsqualifizierung befinden, aber schwerwiegende Probleme in ihrem Ausbildungsbetrieb, der Berufsbildenden Schule oder in ihrem sozialen Umfeld aufweisen, sodass dies zu einem Ausbildungsabbruch führen könnte.
„Ein Ausbildungsabbruch ist für alle Beteiligten von Nachteil. Er stellt einen betriebswirtschaftlichen Verlust für den jeweiligen Ausbildungsbetrieb dar und kann für die betroffenen Jugendlichen gerade in der aktuellen Situation am Ausbildungsmarkt einen schwerwiegenden Einschnitt bedeuten. Ausbildungsabbrüche gehen zudem mit entsprechenden Motivationsverlusten auf beiden Seiten einher“, betonte Bätzing-Lichtenthäler.

Daher ist wesentlicher Inhalt der geförderten Projekte, Probleme und Spannungen frühzeitig zu erkennen, Beratungs- und Betreuungsangebote, zum Beispiel im Ausbildungsbetrieb oder in der Berufsbildenden Schule, sowohl an betroffene Jugendliche als auch die Ausbilder zu richten. Des Weiteren zielen die Projekte darauf ab, Hilfestellungen für Lösungen in Konfliktsituationen gemeinsam mit den Betroffenen zu erarbeiten und umzusetzen sowie Jugendliche bei Bedarf in externe Hilfsangebote zu begleiten und erforderliche Hilfen mit den beteiligten Einrichtungen und den Trägern der Sozialversicherung zu koordinieren.
Seit Jahresbeginn werden fünf Projekte im Förderansatz „Vermeidung von Ausbildungsabbrüchen“ mit insgesamt 304.000 Euro aus dem Europäischen Sozialfonds und 164.000 Euro aus Landesmitteln gefördert. Projektträger sind die Handwerkskammern Koblenz, Trier und der Pfalz, das Überbetriebliche Ausbildungszentrum Wittlich sowie der Jugend-Hilfe-Verein in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Mit den fünf Projekten werden rund 400 Jugendliche unterstützt, die von einem Ausbildungsabbruch bedroht sind. ps

Weitere Informationen:

Weitere Informationen finden Interessierte unter www.esf.rlp.de

Autor:

Jessica Bader aus Ludwigshafen

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