Endlich Schluss mit weggeworfenen Lebensmitteln?
In Ludwigshafen kann man Lebensmittel retten

Lebensmittel spenden und neue mitnehmen. Das Prinzip ist einfach und hilft, Müll zu vermeiden.
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  • Lebensmittel spenden und neue mitnehmen. Das Prinzip ist einfach und hilft, Müll zu vermeiden.
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  • hochgeladen von Gisela Böhmer

Nachhaltigkeit.Immer wieder landen noch „gute“ Lebensmittel in der Mülltonne. Bereits 2012 hat eine Studie, die das Bundesernährungsministerium in Auftrag gegeben hat, ergeben, dass jährlich knapp elf Millionen Tonnen Lebensmittel als Abfall entsorgt werden. Nun hat eine Gruppe in Ludwigshafen diesem Wahnsinn den Kampf angesagt und eine Fair-Teiler Station ins Leben gerufen.

„Ein Fair-Teiler ist ein Ort, zu dem alle Menschen Lebensmittel bringen und kostenlos dort andere Lebensmittel mitnehmen können“, berichtet Dolly El-Ghandour, Foodsharing Botschafterin für Ludwigshafen und Region.
„Wir wollen ungewollte und überproduzierte Lebensmittel aus privaten Haushalten sowie von kleinen und großen Betrieben vor der Tonne retten“. Vielleicht ist dieses Foodsharing hier in der Region noch nicht so bekannt, aber – laut eigenen Angaben der Lebensmittelretter – sind 483 Foodsaver – also Lebensmittelretter – in der Region Ludwigshafen, Frankenthal und östlicher Rhein-Pfalz-Kreis registriert. Dazu habe man 24 laufende Kooperationen.
Das Prinzip ist einfach. Jeder kann Lebensmittel, die abgelaufen oder „einfach übrig“ sind bei der Fair-Teiler Station abgeben. Andererseits kann man dort Lebensmittel mitnehmen. „In einen Fair-Teiler gehören nur Lebensmittel, die man selbst noch essen würde. Die Lebensmittel sollten noch relativ gut und ansehnlich sein. Lebensmittel nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums können weitergegeben werden. Lebensmittel nach Ablauf des Verbrauchsdatums dürfen auf keinen Fall weitergegeben werden. Sie stellen eine Gesundheitsgefahr dar“, berichtet Dolly El-Ghandour weiter. „Bei Kühlwaren muss die Kühlkette eingehalten werden. Wenn sie nicht ununterbrochen in einer Kühlbox oder Kühltasche mit Kühlelementen transportiert wurden, gehöre sie nicht in einen Fair-Teiler. Ebenso dürfen Risikonahrungsmittel wie beispielsweise Hackfleisch, Produkte mit Rohmilch oder rohem Ei, auch Alkohol, nicht in den Fair-Teiler.
Das Foodsharing-Prinzip basiert zu 100 Prozent auf ehrenamtlichen und unentgeltlichem Engagement. „Wir wollen zeigen, dass für ein effektives Handeln und Wirken in der heutigen Zeit keine Gelder gebraucht werden, sondern nur der Wille, etwas zu erschaffen und gleichzeitig kann man mit der Unterstützung etwas verändern“, berichtet Dolly El-Ghandour weiter. Die Fair-Teiler Station ist in Ludwigshafen in der Waltraudenstraße 34 in einer Garage der Protestantischen Kirchengemeinde West Matthäuskirche. Die Gemeinde hat den Foodsavern die Garage unentgeltlich zur Verfügung gestellt. So kann jeder seinen Beitrag dazu leisen, Lebensmittel nicht zu verschwenden und Müll zu reduzieren.
Die ehrenamtlichen Helfer haben aber nicht nur die Station gegründet, sie sorgen auch dafür, dass alles sauber und hygienisch ist. Die Foodsaver reinigen die Regale, sorgen dafür, dass die Kühlschranktemperatur in der Kontrollliste eingetragen wird und kaputte Lebensmittel entsorgt werden. Foodsharing ist kostenlos, nicht kommerziell und jeder kann sich beteiligen. Einfach Lebensmittel in die Fair-Teiler Station bringen oder sich ehrenamtlich engagieren, hierzu registriert man sich auf www.foodsharing.de, dort erhält man alle weiteren Informationen. gib

Info

Fair-Teiler Station in der Waltraudenstraße 34, Garage der Protestantischen Kirchengemeinde
Jeder kann sich beteiligen – kostenlos
Weitere Infos unter www.foodsharing.de

Lebensmittel spenden und neue mitnehmen. Das Prinzip ist einfach und hilft, Müll zu vermeiden.
Das Angebot wird mittlerweile gut frequentiert.  Foto: PS

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