Sitzung der Bezirkssynode Ludwigshafen
Dr. Paul Metzger neuer Senior

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Ludwigshafen. Nach den Kirchenwahlen im November vergangenen Jahres ist am heutigen Samstag die Bezirkssynode im Protestantischen Kirchenbezirk Ludwigshafen zum ersten Mal zusammengekommen. Sie besteht aus 84 Frauen und Männern und amtiert bis zu den nächsten Kirchenwahlen im Jahr 2026. Der Bezirkssynode gehören neben der Dekanin 27 Pfarrerinnen und Pfarrer an sowie 56 Ehrenamtliche aus den Presbyterien der Kirchengemeinden.

Die Bezirkssynode ist das „Parlament“ des Kirchenbezirks: Hier versammeln sich gewählte Vertreterinnen und Vertreter aus den Gemeinden. Sie entscheiden über alles Wichtige, das den Kirchenbezirk betrifft. Die Synodalen beschließen unter anderem den Haushaltsplan, fördern die Zusammenarbeit der Kirchengemeinden und nehmen Stellung zu kirchlichen und gesellschaftlichen Themen. Auf der ersten Tagung wurden wichtige Gremien und Funktionen neu besetzt. Wegen der Corona-Pandemie fand die Bezirkssynode dieses Mal als Online-Konferenz statt.

Dekanin berichtet über schwieriges letztes Jahr und angespannte Gesamtsituation

Dekanin Barbara Kohlstruck bedauerte, dass der Start der neu gewählten Presbyterinnen und Presbyter und der Synodalen während der Pandemie deutlich schwieriger war. Der Virus stelle die Kirche seit einem Jahr vor große Herausforderungen, sagte sie: „Corona hat unsere Arbeit verändert. Wir haben viele neue Formen der Verkündigung, der Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden, der Seelsorge gefunden.“ Die Dekanin berichtete, vor welche schwierigen Entscheidungen die Presbyterien in den letzten Monaten gestellt wurden: Wie kann Glauben in der Pandemie gelebt werden? Gottesdienste oder nicht? Vor Ort in der Kirche unter Hygiene- Auflagen oder online? Die Verantwortlichen in den Kirchengemeinden hätten gemeinsam oft bis zum letzten Moment gerungen und mit hohem Verantwortungsgefühl entschieden. „Für jede Entscheidung gibt es gute Gründe, die wir gegenseitig respektieren sollten“, betonte Barbara Kohlstruck.

Als Thema, das den Bezirkskirchenrat fortlaufend beschäftigt, nannte Barbara Kohlstruck die Gebäude und deren Unterhaltung. Da die Kosten für Sanierungen hoch sind, muss bei manchen Gebäuden gefragt werden, wie sie künftig genutzt werden sollen.

Die Dekanin bedauerte, dass die Zahl der Gläubigen weiter schrumpft. Zwar verzeichnete der Kirchenbezirk 2020 rund 25 Prozent weniger Austritte als in Vorjahren, dennoch verlor er mehr Gemeindeglieder als in anderen Jahren: durch Tod, Wegzug und weniger Taufen. „Wir werden uns fragen müssen, was müssen wir tun oder lassen, um die Menschen, die uns als Kirche verbunden sind, nicht zu verlieren“, überlegte Barbara Kohlstruck.

Sie gab Einblick in die Personalsituation im Kirchenbezirk und informierte über Weggänge und Neubesetzungen. Sie berichtete weiter von Gesprächen mit den Kirchenbezirken Frankenthal und Bad Dürkheim-Grünstadt über eine mögliche Fusion. Diese wurden nach knapp eineinhalb Jahren vor wenigen Wochen erfolglos eingestellt.
Kirchliche Strukturen sollen kein Selbstzweck sein, sondern die Grundlage für eine gute Arbeit bereiten, meinte sie. Die Arbeit bestehe darin, „Menschen die frohe Botschaft zu verkünden, sie die Liebe Gottes spüren zu lassen und als Salz der Erde in dieser Welt zu wirken“, gab Dekanin Kohlstruck den Synodalen mit auf den Weg.

Ämter vergeben und Ausschüsse gebildet

Die Synodalen wählten Pfarrer Dr. Paul Metzger aus der Pfingstweide zum neuen Senior im Kirchenbezirk und damit zum Stellvertreter der Dekanin Barbara Kohlstruck. Zu ihrer Vorsitzenden bestimmte die Bezirkssynode erneut Daniela Beisel aus Friesenheim, stellvertretender Vorsitzender ist der Klinikseelsorger Georg Weber.
In die Bezirkssynode wurden zusätzlich Nicklas Maicher und Tobias Häuselmann als Vertreter der Evangelischen Jugend berufen.

Die Synodalen entschieden auch über die Besetzung des Bezirkskirchenrats. Er ist das Leitungsgremium des Kirchenbezirks, bereitet die Tagungen der Bezirkssynode vor und führt deren Aufträge aus. Der Bezirkskirchenrat trifft Entscheidungen in der Zeit zwischen den Synoden. Ihm gehören als geborene Mitglieder die Dekanin, der Senior sowie die beiden Vorsitzenden der Bezirkssynode an. Die Bezirkssynode bestimmte zudem drei weltliche Beisitzer: Dr. Matthias Kiefer aus der Kirchengemeinde Süd, Christiane Runge aus Mundenheim sowie Christine Keller aus der Pfingstweide.

In den erweiterten Bezirkskirchenrat wurden gewählt: Schulpfarrerin Anke Lied, Citykirchenpfarrerin Susanne Schramm, Pfarrerin Birgit Kiefer aus Mundenheim, Siegfried Gleich aus Ruchheim, Andrea Becker-Neu aus Oppau sowie Ralf Kissel und Olaf Wiesel aus Altrip. Der erweiterte Bezirkskirchenrat führt Visitationen in den Gemeinden durch, um sie zu beraten.

Die Bezirkssynode bildete den Wahlausschuss für die Wahl der Landessynodalen. Diese Wahl findet am 21. Mai 2021 in einer weiteren Bezirkssynode statt. Zudem besetzte die Teilnehmerrunde den Bezirksdiakonieausschuss. ps

Autor:

Kim Rileit aus Ludwigshafen

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