Interview zur Situation der Landstuhler Tafel mit Michael Nickolaus
„Lebensmittel werden dringend benötigt“

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Von Stephanie Walter

Landstuhl. Hamsterkäufe sind derzeit ein alltägliches Bild in den Geschäften. Wo sich andere über die Maßen eindecken, gibt es allerdings auch Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind. Das Wochenblatt hat mit Michael Nickolaus, dem Kreisgeschäftsführer des DRK Kreisverbands Kaiserslautern-Land, über die aktuelle Situation der Landstuhler Tafel gesprochen.

???: Wegen des Coronavirus ist aktuell Vorsicht geboten. Wie haben Sie sich auf die geänderten Umstände eingestellt?

Nickolaus: Wir haben unseren Warteraum geschlossen, da in diesem der nötige Abstand nicht eingehalten werden kann. Außerdem werden von unseren Mitarbeitern vorab Tüten vorbereitet, die dann fertig gepackt an der Tür ausgegeben werden. Ein Aussuchen wie es bisher der Fall war, ist also derzeit nicht möglich. Auch darüber hinaus halten wir die geltenden Vorgaben ein und haben wichtige Verhaltens- und Hygienemaßnahmen sehr früh kommuniziert. Diese gelten bei uns ohnehin schon. Gleich zu Anfang wurde bei uns ein Krisenstab ins Leben gerufen, sodass wir sehr schnell reagieren konnten, auch in den anderen DRK-Einrichtungen.

???: Hat sich der Arbeitsalltag sonst verändert?

Nickolaus: Wir haben uns umstrukturiert. So übernehmen unsere hauptamtlichen Mitarbeiter derzeit die Ausgabe der Tüten. Die ehrenamtlichen Helfer, die oft selbst zu einer Risikogruppe gehören, übernehmen die Vorbereitung. Daher an dieser Stelle auch ein ganz herzliches Dankeschön an all unsere Mitarbeiter und Ehrenamtler, die uns ihre Unterstützung in dieser schwierigen Situation zugesagt haben. Da gab es keine Diskussion und das finde ich sehr bewundernswert. Außerdem ein herzliches Danke dafür, dass alle sich wirklich auch an die Vorgaben und Regeln halten. Auch die Besucher, die natürlich sehr dankbar für die Ausgabe sind.

???: Kommen wegen der angespannten Situation mehr Menschen als sonst zur Tafel-Ausgabe?

Nickolaus: Nein, wir haben eher einen Rückgang der Besucher. Aktuell sind es in der Woche rund 40 Bedarfsgemeinschaften, sodass wir rund 120 Personen versorgen.

???: Ist eine normale Ausgabe auch weiterhin möglich?

Nickolaus: In der vergangenen Woche konnte die Ausgabe noch gewährleistet werden und wir gehen davon aus, dass auch in dieser Woche eine Ausgabe möglich ist. Danach wird es allerdings eng, da wir einen Rückgang an den Lebensmitteln verzeichnen, die uns zur Verfügung stehen. Dahingehend spüren wir also gerade die Auswirkungen der Corona-Krise.

???: Welche Produkte werden vor allem benötigt?

Nickolaus: Wir benötigen dringend haltbare und abgepackte Lebensmittel wie zum Beispiel Konserven. Wir freuen uns aber auch über frische Produkte wie Obst und Gemüse. Offene Lebensmittel können aber nicht angenommen werden.

???: Ein kurzer Blick in die Zukunft: Glauben Sie, dass mehr Menschen nach der Corona-Krise das Angebot der Tafel in Anspruch nehmen werden?

Nickolaus: Das kommt jetzt stark auf die politischen Entscheidungen und Hilfsmaßnahmen an. Wenn es vermehrt Kurzarbeit und größere Arbeitslosenzahlen gibt, wird es sicher auch eine größere Nachfrage geben. Das ist derzeit aber sehr schwer abzuschätzen.

???: Sind noch weitere Maßnahmen für alle geplant, die Hilfe benötigen?

Nickolaus: Derzeit befinden wir uns in enger Absprache mit den Ortsbürgermeistern, um abzuklären, wie wir einen Einkaufsdienst unterstützen können. Wir wollen den älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern helfen. Gerade falls eine Ausgangssperre kommt, wäre ein solcher Service für die besonders gefährdeten Mitglieder der Gesellschaft sehr wichtig. Fahrer, die bereit sind, sich ehrenamtlich zu engagieren, können sich gerne unter Telefon: 06371 921534 melden. sw

Weitere Informationen:

Infos zur Tafel-Ausgabe, zur aktuellen Situation und für alle, die Lebensmittel spenden möchten, gibt es unter www.kv-kl-land.drk.de oder bei Kim Britz, Telefon: 06371 921539, k.britz@kv-kl-land.drk.de.

Michael Nickolaus  Foto: DRK
Autor:

Stephanie Walter aus Wochenblatt Landstuhl

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