Botanischer Garten erlebt einen Besucheransturm / Schönes Ausflugsziel
Historische Glashäuser in Karlsruhe kommen an

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Karlsruhe. Ende April wurden die Glashäuser des Botanischen Gartens Karlsruhe wiedereröffnet: In den gut zwei Wochen seither waren es schon über 3.000 Besucher, die sich die sanierten und restaurierten historischen Gewächshäuser, neu angelegt und bepflanzt nach den Plänen und Dokumenten des 19. Jahrhunderts, angeschaut haben. Der Botanische Garten, Kleinod der Gartenkunst aus der großherzoglich badischen Zeit, ist wieder als attraktives Ausflugsziel im Bewusstsein.

Monumente der Gartengeschichte
Der Botanische Garten mit seinen markanten Bauten im Halbrund geht zurück auf den Architekten Heinrich Hübsch, der auch die benachbarte Kunsthalle errichtet. Die Sanierung und Restaurierung der Gartenarchitektur des 19. Jahrhunderts war für die "Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg" der Anlass, sich auch mit der historischen Situation in den Beeten zu befassen. Wenn man jetzt die lichtdurchfluteten Bauten aus Metall und Glas betritt, erlebt man eine ganz andere Gartenanlage als vor der Schließung. Man kann sich wieder gut vorstellen, wie vor 150 Jahren die Karlsruher Bürger hier im Trockenen und Warmen flanierten und den Anblick der exotischen Pflanzen genossen.

Wiederhergestellte Ästhetik des 19. Jahrhunderts
Die neue Gestaltung und Bepflanzung richtet sich exakt nach den historischen Vorlagen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Anlagen in den Schauhäusern können dabei sogar auf archäologische Befunde verweisen! Bei den Sanierungsarbeiten stieß man etwa auf einen Wandbrunnen, der seit Jahrzehnten unter einem Pflanzhügel verborgen war. Jetzt sprudelt wieder das Wasser aus dieser grottenartigen Anlage. Auch die Pflanzen in den Glashäusern orientieren sich an alten Zusammenstellungen und nicht zuletzt am Führer durch den Botanischen Garten aus dem Jahr 1888. Viele exotische Nutzpflanzen sind darunter, etwa im Palmenhaus ein Ceylon-Zimtbaum ("Cinnamomum verum"), ein Prachtstück von 6 Metern Wuchshöhe. Besonders reich ist das Verzeichnis von 1888 an Palmensorten. In diesem Teil der Glashäuser erlebt man auch die älteste Pflanze der Gewächshäuser, den Doppelpalmfarn "Dioon edule", der schon im 19. Jahrhundert in den Beständen nachgewiesen ist und den Krieg durch Auslagerung überlebt hat.
Karlsruhe verfügt mit den Schauhäusern und ihrer Bepflanzung über ein ganz herausragendes Monument der Gartenkultur der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts – und die Besucher würdigen diese Besonderheit. (red)

Infos: 3.039 Besucher waren im Zeitraum vom 26. April (1. Öffnungstag) bis Muttertags-Sonntag, 13. Mai, schon zu Besuch, www.botanischer-garten-karlsruhe.de und www.schloesser-und-gaerten.de

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Autor:

Jo Wagner

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