Last-Minute-Explosion auf dem Betze: Joker drehen Spiel gegen Hannover
- Semih Sahin brachte den FCK durch seinen Treffer zum 2:1 auf die Siegerstraße
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FCK. Start nach Maß für den 1. FC Kaiserslautern in die Rückrunde der Saison 2025/26: Die Roten Teufel bezwingen das Spitzenteam Hannover 96 auf dem Betze mit 3:1 und springen mit jetzt 30 Punkten von Platz 7 auf 5 in der Tabelle.
Und dabei kamen nach langer Zeit die spielentscheidenden Impulse endlich mal von der Ersatzbank. Trainer Torsten Lieberknecht bewies mit der Einwechslung von Ivan Prtajin und Semih Sahin ein glückliches Händchen. Die beiden brachten den FCK durch ihre Tore zum 1:1 und 2:1 auf die Siegerstraße.
Die Tatsache, dass sich über die kleine Winterpause hinweg das Verletztenlager deutlich lichtete und mit Norman Bassette zudem ein weiterer Stürmer verpflichtet wurde, verschaffte Lieberknecht die angenehme Situation, auch auf der Bank Personal zum Nachlegen zu haben, mit dem ein Ruck durch die Mannschaft gehen kann. In den Wochen vor der Weihnachtspause hatte der Lautrer Coach diesbezüglich mehrfach ins Leere greifen müssen.
Lieberknecht wechselt den Sieg ein
Ein Spiel für Feinschmecker war die Partie zwischen den Pfälzer und den Niedersachsen gewiss nicht. Während die ersten 20 Minuten den gewohnt gefällig aufspielenden Gästen gehörten, strampelten sich die Hausherren in der Folge zunehmend frei. Brandgefährliche Torchancen blieben jedoch hüben wie drüben eher Mangelware. Das blieb auch in der ersten Viertelstunde nach der Pause so – bis die ersten Einwechslungen erfolgten.
Erst dann nahm das Spiel Fahrt auf. Hannover 96 ging in der 67. Minute durch ein Kontertor von Enzo Leopold mit 1:0 in Führung. Der glücklicherweise schneller als erwartet wieder genesene Goalgetter Ivan Prtajin erzielte per Kopf den 1:1-Ausgleich. Obwohl die Niedersachsen kurz darauf durch den Platzverweis von Waniss Taibi (76.) in Unterzahl gerieten, deutete alles auf eine Punkteteilung hin.
Typisch Betze
Bis in der Nachspielzeit eben das passierte, was den Betze so legendär macht. Das entschlossen in die Maschen gedroschene 2:1 durch Semih Sahin (90+2) ließ stimmungstechnisch das Dach des Fritz-Walter-Stadions genauso hochfliegen, wie das 3:1 (90+5), bei dem Nataan Skyttä nach einem Konter aufs leere Tor der Gäste zulief.
Da außer dem FCK keiner der ersten Sieben der Tabelle einen Dreier landen konnte, sind die Roten Teufel als Gewinner des Spieltags plötzlich wieder zurück im Rennen um die Spitzenplätze. Ein solches Erfolgserlebnis gegen einen Aufstiegskandidaten – ob nun schön anzusehen oder nicht – kann bei den zuletzt schwächelnden Pfälzern durchaus eine Initialzündung bewirken.
Nichts zu verlieren auf Schalke
Die nächste Nagelprobe folgt sogleich. Am kommenden Sonntag, 25. Januar, 13.30 Uhr, müssen die Roten Teufel bei Tabellenführer Schalke 04 ran. Die lange Zeit so stabil und effizient dem Aufstieg entgegensteuernden Königsblauen sind zuletzt etwas außer Tritt geraten und holten nur einen Punkt aus den letzten beiden Spielen. Bekommen die Schalker etwa doch noch die Flatter?
Wenn ein Coup in der Veltins-Arena gelingen soll, muss vor allem die Defensive beim FCK stehen. Denn dem Team aus dem Ruhrpott gelang es bisher, mit erfolgreichem Minimalismus den Platz an der Sonne zu erklimmen. Ein, zwei Tore reichen meist für die volle Punktausbeute, da in bester Huub-Stevens-Manier hinten häufig die Null stand. Unterstützt von gut 6.000 Fans, haben die Roten Teufel nichts zu verlieren auf Schalke. Etwas Zählbares mitzunehmen, könnte einen riesigen Push auslösen. rav
Autor:Ralf Vester aus Kaiserslautern |
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