OB Weichel geht optimistisch ins neue Jahr – „Untier“ Philipp Tulius mit Gastauftritt beim Neujahrsempfang
„Wir alle können stolz auf unsere Stadt sein!“

Zum ersten Mal sprach der OB nicht auf der Hauptbühne, sondern auf einer kleinen Nebenbühne an der Seite der Fruchthalle
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Kaiserslautern. Dass Kaiserslautern allen Grund hat, optimistisch ins neue Jahr zu gehen, das hat Oberbürgermeister Klaus Weichel am Montagabend beim städtischen Neujahrsempfang betont. Mit beeindruckenden Zahlen verdeutlichte das Stadtoberhaupt die hervorragende Situation der Lautrer Wirtschaft. Die Lacher auf seiner Seite hatte „Untier“ Philipp Tulius, der – verkleidet als „Klausi“ – den zweiten Part der OB-Rede übernahm.

„Wir alle können stolz auf unsere Stadt sein!“, mit diesen Worten leitete Oberbürgermeister Klaus Weichel am Montagabend den Hauptteil seiner Rede beim städtischen Neujahrsempfang in der Fruchthalle ein. Schlaglichtartig beleuchtete das Stadtoberhaupt in der Folge die einzelnen Lebensbereiche und lobte etwa das breite kulturelle Angebot, das weit in die Region ausstrahle, das breit differenzierte soziale Netz oder das umfangreiche Bildungs-, Sport- und Einkaufsangebot. „Kurzum: Eine Stadt mit Lebensqualität. Deshalb an dieser Stelle Danke dafür, dass jeder von Ihnen dazu beiträgt, Kaiserslautern Stück für Stück weiter voran zu bringen. Sei es hauptberuflich oder ehrenamtlich: Jeder von Ihnen leistet etwas für diese Stadt, wovon wir schließlich alle profitieren. Lassen Sie uns diesen Weg gemeinsam weitergehen!“
Der OB nutzte die Gelegenheit der Neujahrsrede für ein deutliches Plädoyer pro Europa, anlässlich der bevorstehenden Europawahl am 26. Mai. Europa werde zwar als abstrakt erlebt, sei aber sehr konkret. Eine moderne Stadt zu entwickeln, wäre ohne zahlreiche europäische und internationale Verflechtungen gar nicht möglich, wissenschaftlich wie wirtschaftlich. Weichel: „Wichtig ist, dass Sie alle dazu beitragen, den Vormarsch anti-europäischer Populisten in die Schranken zu weisen. Nur gemeinsam können wir eine Umkehrung der aktuellen Entwicklung in Europa schaffen. Europa ist Garant für Frieden und Freiheit und für unsere wirtschaftliche Entwicklung!“
„Wirtschaftlich blicken wir erneut auf ein außerordentlich erfolgreiches Jahr zurück“, so das Stadtoberhaupt weiter. Ein Beleg dafür sei die Arbeitslosenquote, die im Dezember 2018 bei 8,5 Prozent lag und damit 0,2 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahresmonats. „Ein nochmaliger Rückgang also und insgesamt, wenn man die vergangenen Jahre betrachtet, ein deutlicher Rückgang in relativ kurzer Zeit. Ich darf daran erinnern, dass wir Ende 2014 noch bei rund zehn Prozent standen.“
Großen Anlass zur Freude geben, so Weichel weiter, auch die Gewerbesteuereinnahmen, die mit rund 67,4 Millionen Euro zum Ende des Jahres rund 2,4 Millionen über dem Ansatz lagen. „An dieser positiven Entwicklung haben Sie, die Sie heute hier sind, einen Anteil. Dass die Wirtschaft Vertrauen in den Standort Kaiserslautern hat, das zeigen die Neuansiedlungen, die Investitionen und die vielen Betriebserweiterungen“, bedankte sich der OB bei den anwesenden Wirtschaftsvertretern. Es gebe viele Anfragen aus Metropolregionen, aber auch aus allen Teilen Europas und der ganzen Welt. Ein Fokus liege auf China, wo die Wirtschaftsförderungsgesellschaft gerade intensive wirtschaftliche Verbindungen in verschiedene Regionen knüpfe.
„Der Grund für das große Interesse: Die Forschungslandschaft in Kaiserslautern, rund um die Themen Digitalisierung, Industrie 4.0 und Engineering, ist höchstattraktiv und in dieser spezifischen Kombination womöglich auch einzigartig“, so Weichel. In dem Zusammenhang verwies er auf das „Focus Deutschland Ranking“, bei dem Kaiserslautern im Frühjahr 2018 als einer der Top-Aufsteiger ausgezeichnet wurde und die Stadt es geschafft habe, gegenüber der letzten Erhebung im Jahr 2015 um 117 Positionen nach oben zu klettern. Sie belegt nun Platz 242 in der Gesamtwertung aller 401 Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland.
„Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass diese Entwicklung anhalten wird!“, zeigte sich das Stadtoberhaupt optimistisch. Derzeit arbeite man daran, ein Kompetenzzentrum Einzelhandel in Kaiserslautern anzusiedeln. Das Business + Innovation Center (bic) sei ausgebucht und eine Erweiterung stehe an. Auch auf dem Pfaff-Gelände gehe die Erschließung und Vermarktung voran. Konkret nannte er für 2019 den Umbau der Pforte zum Büro der PEG, den Umbau des neuen Kesselhauses zum Reallabor-Zentrum sowie den Umbau des alten und neuen Verwaltungsgebäudes. In der Pfaff-Kantine soll ein Gründungs- und Innovationszentrum entstehen. Weichel kündigte ferner an, 2019 mit der erneut interkommunalen Erweiterung des IG Nord in Richtung Katzweiler zu beginnen. Erste Gespräche dazu haben bereits stattgefunden.
Dass die positive Entwicklung anhalte, dafür spreche aber insbesondere auch, dass die Stadt auf dem wichtigsten Zukunftsfeld, der Digitalisierung, ganz vorne mitspiele. „Wir haben, und das hat der Bitkom-Wettbewerb eindeutig gezeigt, ohnehin einen Vorsprung vor anderen Städten. Mit der Gründung der städtischen Digitalisierungsgesellschaft haben wir nun jedoch die Weichen gestellt, um diesen Vorsprung noch weiter ausbauen. Ziel ist nicht mehr und nicht weniger der Ausbau Kaiserslauterns zu einer digitalen Modellstadt für Rheinland-Pfalz.“ Unabdingbar sei dafür die flächendeckende Verfügbarkeit von schnellem Internet in der ganzen Stadt. „Wir wissen, dass es noch weiße Flecken gibt. Die gehen wir an, im ersten Schritt mit einer vom Bund geförderten Studie zur Bestandsaufnahme der vorhandenen Breitbandabdeckung“, erklärte der OB. Darauf aufbauend werden gezielt Maßnahmen Schließen der Lücken erarbeitet, mit besonderem Fokus zum einen auf den Gebieten, die derzeit noch bei einer Datengeschwindigkeit von unter 30 Mbit/s liegen und zum anderen auf Gewerbegebieten und Bildungseinrichtungen.
Beim Thema Digitalisierung stand dann – zur Überraschung der Zuschauer – der vorher geheim gehaltene Wechsel der beiden Oberbürgermeister an. Für den echten OB Klaus Weichel übernahm „Untier“ Philipp Tulius in seiner Paraderolle als Weichel-Double „Klausi“ den zweiten Part der OB-Rede. Immer wieder griff er das Thema Digitalisierung auf und nutzte es gekonnt für humoristische Spitzen zu aktuellen stadtpolitischen Themen wie dem Ausbau des Schillerplatzes, der Situation des FCK, dem Opelkreisel oder der Offenlegung der Lauter. Einen Auftritt hatten später dann auch die anderen beiden „Untiere“ Wolfgang Marschall und Marina Tamássy. Mit dem Auftritt beim Neujahrsempfang startet die vor zehn Jahren gegründete Kabarettgruppe in ihr Jubiläumsjahr. Musikalisch umrahmt wurde der Empfang von der Gruppe MoonSun. ps

Autor:

Stephanie Walter aus Wochenblatt Landstuhl

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