Doppelte Regionalliga-Meisterschaft
KSK-Wasserball 2024/2025: Vereinsgeschichte geschrieben

Foto: §
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Gut sechs Wochen ist es nun her, dass die Wasserballer des KSK die Saison 2025/2026 mit einem vereinshistorischen Ergebnis beendet haben: Erstmals seit fünfzehn Jahren holten die Krokodile in der höchsten südwestdeutschen Liga wieder die Meisterschaft. Für das i-Tüpfelchen sorgte die Reserve, die eine Klasse tiefer ebenfalls Meister wurde. Zeit, das Jahr noch mal im Schnelldurchgang zu beleuchten:

Nach dem blamablen fünften und somit vorletzten Platz im Vorjahr war es eher überraschend, dass die Krokodile mit fünf Siegen in die neue Saison starteten. Oder auch nicht, denn schließlich konnte man diesmal wieder auf die Dienste von Dirk und Jens Feddeck zurückgreifen, die dank der reaktivierten Leihspieler-Regelung wieder für den KSK antreten durften, obwohl ihr Erststartrecht beim WSV Ludwigshafen lag. Aber auch der Rückkehr von Jan-Philipp Minges und der Tatsache, dass sich der Lauterer Nachwuchs in der Zwischenzeit vor allem im taktischen Bereich stark verbessert hatte, war der optimale Saisonstart zu verdanken. Mit Karsten Schöniger hatte man zudem erstmals seit 2017 wieder einen Trainer am Beckenrand stehen, der selbst nicht mitspielte und sich somit voll aufs Coachen konzentrieren konnte.

Auftakt nach Maß

Trotzdem war es alles andere als selbstverständlich, dass die Krokodile in der Gruppe A der Regionalliga Südwest aus den ersten fünf Partien die Optimalzahl von 15 Punkten (als eine der letzten Mannschaftssportarten wechselte man im Wasserball Ende letzten Jahres vom klassischen Zwei- zum Drei-Punkte-System) holten. Denn schließlich stellte sich direkt zum Auftakt der amtierende Meister SSV Trier im Monte Mare vor. Doch der KSK zeigte den Moselstädtern vom Anpfiff an, wer Herr im Haus ist, und legte mit einem etwas überdeutlichen 26:9 den Grundstein zu einer erfolgreichen Saison.

Auch die nächsten drei Partien fanden im Monte Mare statt, was aufgrund des für den Sommer geplanten Umbaus des Sprungbeckens im Warmfreibad erstmals überhaupt für alle(!) Lauterer Heimspiele galt. Und um es vorwegzunehmen: Man musste daheim keine einzige Niederlage hinnehmen. So blieben nacheinander die Reserven vom SV Friedrichsthal (19:8) und vom WSV Ludwigshafen (17:6) sowie der SC Poseidon Worms (25:7) absolut chancenlos, was den Krokodilen bis zum Beginn der Sommerrunde jedoch trotzdem nur Platz zwei bescherte, weil Friedrichsthal1 zwei Spiele mehr ausgetragen und somit sechs Punkte mehr auf dem Konto hatte.

Meisterschaft auf der Couch

Bevor für den KSK1 dann im Mai die heiße Phase der Saison begann, hatte die zweite Mannschaft bereits für das erste Highlight gesorgt: In der nur mit drei Teilnehmern besetzten B-Gruppe der Regionalliga Südwest hatte man zunächst zwei Erfolge gegen die Masters des SV Friedrichsthal gefeiert und holte sich im Heimspiel gegen den SV 08 Saarbrücken nach dem 13:13 nach regulärer Spielzeit im (ebenfalls neu eingeführten) „Entscheidungswerfen“ einen Zusatzpunkt. Der verlorene Zähler blieb bis zum Saisonende der einzige kleine Makel auf der ansonsten weißen Heim-Weste - er sollte aber nicht weiter von Bedeutung sein. Denn da die Saarbrücker Mitte April ihr Spiel in Friedrichsthal verloren, durften die kleinen Krokodile daheim vor dem Live-Ticker feiern, weil man schon vor dem abschließenden Auftritt im Saarland nicht mehr von der Tabellenspitze verdrängt werden konnte: Die erste Meisterschaft für eine KSK-Reserve war unter Dach und Fach.

Foto: Lea Korn

Ungeschlagener Meister der Gruppe B der Regionalliga Südwest 2024/2025: Kaiserslauterer SK II
Hinten v.l.n.r.: Trainer Karsten Schöniger, Niklas Birich, Leon Birich, Ulf Feddeck, Gleb Grinke, Lukas Allmann, Frank Dick (dahinter), Ilya Dmytriiev, Kyrylo Dmytriiev
Vorne v.l.n.r: Lea Korn, Mattis Starck, Stefan Stranz, Adrian Zismann
Außerdem im Meisterjahr eingesetzt: Aziz Abdullah, Johannes Diehl, Johann Lehmann und Lukas Starck

Zwei Rückschläge in Folge

Dies war natürlich ein weiterer Ansporn für die erste Mannschaft, die mit einem ungefährdeten aber nicht ganz so souveränen 15:10 beim Liga-Neuling SV Friedrichsthal II aus der langen Osterpause kam. Und was sich in dieser Partie andeutete, sollte sich nur eine Woche später bestätigen, als man beim Tabellenführer Friedrichsthal1 antrat und wiederum viel zu unbeständig agierte: Eine toll herausgespielte vier-Tore-Führung verschenkten die Krokodile in einer Tiefschlafphase, weswegen nach 32 Minuten ein 12:12 auf der Anzeigetafel stand. Die besseren Nerven von der Strafwurflinie hatten die Gastgeber, was dem KSK zwar einen Punkt bescherte, sich aber trotzdem wie eine Niederlage anfühlte.

Wie sich eine echte Niederlage anfühlt, bekam man dann direkt darauf bei der Zweitliga-Reserve des SC Neustadt zu spüren: Eine absolut indiskutable Leistung - allenfalls unterbrochen von einer zwischenzeitlichen Aufholjagd, in der man einen vier-Tore-Rückstand in einen knappen Vorsprung verwandeln konnte - führte zu einer verdienten 15:16 Pleite. Und zu einer der längsten Nachbesprechungen der letzten Jahre, in der aber offensichtlich die richtigen Dinge auf den Tisch kamen.

Unter Druck entstehen Diamanten

Denn noch war nichts verloren - aber der Druck hätte kaum größer sein können, schließlich hatte der SV Friedrichsthal I zu diesem Zeitpunkt ganze zwölf Punkte Vorsprung und nur bei fünf Siegen aus den letzten fünf Spielen würden die Krokodile diesen noch aus eigener Kraft egalisieren können. Dass man dabei keinesfalls erneut über ein Entscheidungswerfen gehen durfte, machte die Sache noch etwas schwieriger, zumal schon drei Tage später das Rückspiel gegen den Spitzenreiter anstand. Doch die Lauterer zeigten die richtige Reaktion auf die beiden vorausgegangenen Schlappen und untermauerten von Beginn an, dass in diesem Jahr im Monte Mare die Früchte für Gästeteams zu hoch hingen. Zwar ließ man nach eigener 4:1 Führung wieder etwas zu früh locker und gewährte Friedrichsthal den 7:7 Ausgleich, aber im Schlussviertel hatte man das Heft wieder in der Hand und machte mit 10:7 den ersten Schritt in die richtige Richtung.

Noch mussten jedoch vier weitere folgen, denn im direkten Vergleich hatte man den SVF1 jetzt zwar überholt, in der Tabelle waren aber nach wie vor neun Punkte aufzuholen - und weil die Saarländer auch in ihrem letzten Spiel beim SC Neustadt II nicht stolperten, waren es sogar wieder zwölf Zähler.

In den Partien gegen Worms (20:11) und Trier (18:10) ließen die Krokodile nichts anbrennen, sodass mit dem Rückspiel gegen Neustadt „die vielleicht wichtigste Partie der vergangenen 15 Jahre“ anstand. Gegen den neuen „Angstgegner“ (vier Niederlagen in den letzten fünf Aufeinandertreffen) musste die Revanche unbedingt gelingen, um den Traum von der ersten Meisterschaft in der höchsten südwestdeutschen Liga seit 2010 am Leben zu erhalten. Nachdem es beim Stand von 4:1 für den SCN-Nachwuchs zunächst alles andere als gut für den KSK aussah, rissen sich die Krokodile Mitte des zweiten Viertels endlich am Riemen und drehten nach und nach die Partie. Am Ende stand ein deutliches 22:13 zu Buche - und nur noch ein einziger Sieg zwischen den Lauterern und dem Titel.

Dieser wurde dann Anfang Juli beim WSV Ludwigshafen II mit 23:13 recht souverän eingetütet, wobei sich für einige Krokodile sowohl örtlich als fast auch terminlich der Kreis schloss: 2010 machte man Ende Juni just in Ludwigshafen die Meisterschaft klar - vier der aktuellen KSK-Akteure waren damals bereits mit am Start und schrieben zum zweiten Mal Vereinsgeschichte.

Foto: Stefan Stranz

Die erste Meistermannschaft des KSK am 22. Juni 2010
Hinten v.l.n.r.: Stefan Raspudic, Ulf Feddeck, Frederik Ramthun, Dirk Feddeck, Frank Dick, Helmut Lehmann
Mitte v.l.n.r: Melanie Keller, Marc Rein, Sasa Galijasevic, Spielertrainer Florian Schweiker
Vorne v.l.n.r.: Stefan Stranz, Bernd Feddeck, Martin Ramthun

Dreiklassengesellschaft

Die Abschlusstabelle der Regionalliga - Gruppe A war am Ende dreigeteilt: An der Spitze wiesen die Lauterer mit 31 Zählern die gleiche Punktzahl auf, wie der SV Friedrichsthal I, hatten aber nicht nur beim Torverhältnis, sondern vor allem beim entscheidenden direkten Vergleich mit vier zu zwei Punkten die Nase vorn. Mit weitem Abstand folgten der SC Neustadt II (18 Zähler), der SV Friedrichsthal II (17), der SSV Trier (14) und der WSV Ludwigshafen II (12) im Mittelfeld. Abgeschlagen auf dem siebten und letzten Platz landete der SC Poseidon Worms mit lediglich drei Punkten.

Die Gruppe B ging souverän an den KSK2, der elf Punkte sammelte und somit den SV 08 Saarbrücken (4) und die Masters des SV Friedrichsthal (3) weit distanzierte.

Namen, Spiele, Tore - die Statistiken

In der Torschützenliste der Regionalliga haben die Krokodile ebenfalls die Spitzenposition inne. Mit 64 Treffern aus zwölf Partien verwies Jens Feddeck den Wormser Tim Hornuf (39 Tore / 8 Spiele) und Tim Schwarzkopf vom SC Neustadt (36/7) deutlich auf die Plätze. Auf Rang vier landete mit Dirk Feddeck ein weiterer Lauterer, der 35 Treffer erzielte und mindestens genauso häufig als Vorbereiter glänzte. Knapp an den Top10 vorbei schrammte Jacob Schirra, der mit 22 Toren in neun Spielen Elfter wurde.

Auch die interne Liste der Gruppe B führt mit Leon Birich ein Lauterer an: Er erzielte in vier Spielen zwölf Treffer (bzw. 13, jedoch werden Tore im Entscheidungswerfen offiziell nicht mitgezählt), muss sich aber die Torjägerkanone mit Benjamin Sausen vom SV Saarbrücken teilen. Mit Mattis Stark (9 Tore) und Stefan Stranz (6) schafften es zwei weitere KSK-ler unter die besten Fünf.

Letzterer war diesmal der einzige Akteur, der in allen 16 Saisonbegegnungen mit am Start war. Dirk und Jens Feddeck, die beide nicht für die zweite Mannschaft spielberechtigt waren, fehlten aber ebenfalls bei keinem ihrer möglichen Einsätze. Mattis Stark war nur einmal nicht dabei - Leon und Niklas Birich, Ilya Dmytriiev und Ulf Feddeck kamen auf 14 Einsätze.

Strafbankkönig mit insgesamt 18 persönlichen Fehlern wurde Ulf Feddeck, vor seinem Bruder Jens (12). Die (in diesem Fall eher unrühmliche) Dominanz der Familie Feddeck, verhindern Jan-Philipp Minges (11) und Niklas Birich (10), die sich noch vor Dirk Feddeck (9) schoben.

Foto: Holger Letsch

Meister der Gruppe A der Regionalliga Südwest 2024/2025: Kaiserslauterer SK I
Hinten v.l.n.r.: Ulf Feddeck, Björn Schlick, Jacob Schirra, Jan-Philipp Minges, Dirk Feddeck, Trainer Karsten Schöniger
Mitte v.l.n.r: Mattis Starck, Johannes Diehl, Johann Lehmann, Lukas Allmann, Jens Feddeck, Kyrylo Dmytriiev
Vorne v.l.n.r.: Ilya Dmytriiev, Niklas Birich, Stefan Stranz, Lea Korn, Leon Birich
Außerdem im Meisterjahr eingesetzt: Frank Dick, Lukas Starck und Adrian Zismann

Trotz Meisterschaft folgt ein „Abstieg“

Bezüglich der wahrscheinlich Ende diesen oder Anfang des nächsten Jahres beginnenden Saison 2025/2026 gibt es noch viele Fragezeichen. Nicht nur beim KSK, wo es in puncto der zukünftigen Kaderzusammensetzung noch keine Erkenntnisse gibt und bei dem Trainer Karsten Schöniger nach der Doppel-Meisterschaft seinen Rücktritt angekündigt hat („Mehr ist nicht zu erreichen“). Auch bzgl. der Pflichtspielrunde gibt es etliche offene Punkte: Während für den KSK ein Aufstieg aus diversen Gründen momentan noch kein Thema ist, muss man abwarten, ob der Zweite SV Friedrichsthal I und der Dritte SC Neustadt II ihre Ankündigung, eventuell in die nächsthöhere Klasse wechseln zu wollen, in die Tat umsetzen werden. Und wie heißen die Ligen zukünftig überhaupt? Im Frühjahr wurde eine Reform angekündigt, die vorsieht, dass die bisher in zwei Gruppen unterteilte höchste deutsche Spielklasse in eine erste (bisher Gruppe A) und zweite (Gruppe B) Liga aufgeteilt wird. Die „alte“ zweite Liga, aus der SC Neustadt I in die „neue“ zweite Liga aufgestiegen ist, könnte dann „dritte Liga“ heißen, oder auch einen völlig anderen Namen bekommen. Gleiches blüht der höchsten Südwestdeutschen Spielklasse, die bis vor zwei Jahren noch den Namen „Oberliga“ trug und seitdem eben „Regionalliga“ genannt wird. Ob das auch weiterhin der Fall sein wird, ist unklar. Sicher ist nur: Es wird fortan nicht mehr die dritte, sondern nur noch die vierte Liga von oben sein - für den KSK trotz der Meisterschaft also zumindest „numerisch“ ein Abstieg. (sts)

Arbeitsnachweis der Krokodile in der Regionalliga Südwest (in Klammern: Spiele/Tore in Gruppe A (1. Mannschaft) - Spiele/Tore in Gruppe B (2. Mannschaft)):
Aziz Abdullah (0/0 - 1/0), Lukas Allmann (7/4 - 4/6), Leon Birich (10/15 - 4/13), Niklas Birich (10/15 - 4/6), Frank Dick (2/0 - 1/0), Johannes Diehl (7/2 - 3/0), Ilya Dmytriiev (11/0 - 3/2), Kyrylo Dmytriiev (4/2 - 4/2), Dirk Feddeck (12/35 - 0/0), Jens Feddeck (12/65 - 0/0), Ulf Feddeck (11/4 - 3/1), Gleb Grinke (0/0 - 2/0), Lea Korn (4/2 - 4/2), Johann Lehmann (9/6 - 3/5), Jan-Philipp Minges (10/18 - 0/0), Jacob Schirra (9/22 - 0/0), Björn Schlick (11/17 - 0/0), Karsten Schöniger (1/0 - 0/0), Lukas Starck (2/1 - 1/0), Mattis Starck (11/7 - 4/9), Stefan Stranz (12/8 - 4/6), Adrian Zismann (3/0 - 1/1)

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Autor:

Stefan Stranz aus Kaiserslautern

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