Dreitägige Retrospektive im UNION-Kino
Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff zu Gast in Kaiserslautern

Volker Schlöndorff und Christoph Dammann vor dem UNION-Kino  FOTO: Ray Albuquerque
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Groß war der Andrang am Wochenende im UNION-Studio für Filmkunst in Kaiserslautern: Kein geringerer als Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff war dort zu Gast. Im Rahmen einer dreitägigen Retrospektive zu Ehren seiner Werke und seines Wirkens stellte der Regisseur drei seiner Filme und seine Autobiografie vor.
Schlöndorffs wohl bekanntester Film „Die Blechtrommel“, der am Samstag im „Director’s Cut“ gezeigt wurde, hat mit der Goldenen Palme in Cannes 1979 und mit dem Oscar für den besten ausländischen Film 1980 mehr Auszeichnungen als jeder andere deutsche Nachkriegsfilm erhalten. Zuvor las der Erfolgsregisseur, der 1939 in Wiesbaden geboren wurde, aus seiner Autobiografie „Licht, Schatten und Bewegung“. Am Freitag und am Sonntag standen nach einer Einführung mit Volker Schlöndorff, moderiert von Henning Kohne, Kinoexperte und Schauspieler am Pfalztheater, die Filme „Das Meer am Morgen“ und „Der neunte Tag“ auf dem Programm.
„Unser Kooperationsprojekt mit dem UNION-Kino war ein voller Erfolg“, freute sich Christoph Dammann, Direktor des Referates Kultur, über den vollen Kinosaal und das große Medieninteresse. Er hatte mit dem berühmten Regisseur ein Jahr lang eng zusammengearbeitet und 2012 mit ihm ein großes Opernprojekt in Berlin umgesetzt. „Als ich ihm vorschlug, anlässlich des 80-jährigen Gedenkens der Reichspogromnacht sowie der Zerstörung unserer Synagoge drei seiner Filme zu zeigen, die sich mit der Nazi-Diktatur auseinandersetzen, sagte er sofort zu. Ich bin ihm sehr dankbar, dass er sich so viel Zeit für Kaiserslautern genommen hat.“ Wie Dammann mitteilte, hätte es dem Oscar-Preisträger in der Westpfalzmetropole sehr gut gefallen. Wie er sagte, seien Orte wie Kaiserslautern in Wirklichkeit der wache Teil von Deutschland. „Da lassen sich die Leute auf ein Gespräch und auf einen Film ein und wissen nicht von Anfang an alles besser.“ Sie seien auch viel offener mit ihren Meinungen, als das in Großstädten wie beispielsweise Berlin, Frankfurt, München oder Hamburg der Fall sei, so der Oscar-Preisträger. Was Christoph Dammann besonders freute: „Volker Schlöndorff hat es nicht nehmen lassen, am Samstag die Ausstellungseröffnung zum Ende des ersten Weltkriegs in unserem Stadtmuseum zu besuchen.“
Der Oscar-Preisträger verbrachte seine Jugendjahre in Paris, kam über Umwege zum Film und brachte 1964 mit „Der junge Törless“ seinen ersten eigenen Film heraus. Mit seiner Frau Margarethe von Trotta drehte Schlöndorff „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“. Sein Film „Das Meer am Morgen“ von 2011 handelt von historischen Ereignissen rund um eine Geiselerschießung während der deutschen Besatzung in Frankreich. „Der neunte Tag“ von 2004 erzählt eine Geschichte regimekritischer Geistlicher und die Verfolgung durch Nationalsozialisten mit Ulrich Matthes in einer der Hauptrollen. ps

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