Zuwachs im Handwerk in Baden-Württemberg: Trend dreht leicht

Mehr Handwerksbetriebe im Südwesten. (Archivbild) | Foto: Magdalena Tröndle/dpa
  • Mehr Handwerksbetriebe im Südwesten. (Archivbild)
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Stuttgart. Für Kunden und Betriebe in Baden-Württemberg gibt es wieder etwas mehr handwerkliche Angebote: Die Zahl der eingetragenen Handwerksbetriebe ist erstmals seit längerer Zeit leicht gestiegen. Ende Juni waren 145.266 Betriebe registriert, wie Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold in Stuttgart mitteilte. Seit Jahresbeginn wuchs der Bestand um 942 Betriebe. Das entspricht 0,7 Prozent. Ein stärkeres Plus hatte es zuletzt im ersten Halbjahr 2021 gegeben.

Mehr Gründungen und weniger Abgänge

Reichhold wertete die Entwicklung als positives Signal. „Dass mehr Betriebe hinzukommen und zugleich weniger vom Markt verschwinden, ist ein gutes Signal“, sagte er. Zugleich zeigen die Zahlen nach Angaben des Handwerks, dass sich die einzelnen Bereiche sehr unterschiedlich entwickeln.

Zuwachs vor allem ohne Meisterpflicht

Die Zunahme konzentriert sich weiter vor allem auf das zulassungsfreie Handwerk. Das sind Berufe, die ohne Meisterbrief ausgeübt werden dürfen. Dort stieg der Betriebsbestand seit Jahresbeginn um 3,5 Prozent. Die größten Zuwächse gab es wie in den Vorjahren bei Gebäudereinigern und Kosmetikern. Dahinter folgten die handwerksähnlichen Bodenleger und Fotografen.

Rückgang bei meisterpflichtigen Betrieben

Anders fällt die Bilanz im zulassungspflichtigen Handwerk aus. Hier waren Ende Juni 88.476 Betriebe eingetragen. Das waren 596 Betriebe weniger als zu Jahresbeginn. Der Rückgang lag bei 0,7 Prozent und fiel damit geringer aus als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Positive Ausnahmen nennt der Verband auch in diesem Bereich:

  • Elektrotechniker legten um 99 Betriebe zu
  • Friseure verzeichneten mit 35 zusätzlichen Betrieben erstmals seit drei Jahren wieder ein Plus
  • Kraftfahrzeugtechniker kamen auf 30 zusätzliche Betriebe und wuchsen erstmals seit 2021 wieder

Damit bleibt die Lage im Handwerk zweigeteilt: Während zulassungsfreie Bereiche wachsen, stehen meisterpflichtige Gewerke weiter unter Druck. Die Entwicklung zeigt, in welchen Bereichen neue Anbieter entstehen und wo die Zahl der Betriebe weiter sinkt. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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